Innenministerium: Prammer pocht auf Untersuchungsausschuss
Die Nationalratspräsidentin fordert von der ÖVP ein "Umdenken". Die Koalition daran scheiten zu lassen, wäre "äußerst unklug".

Foto © ReutersBarbara Prammer
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) hat am
Sonntag einmal mehr die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses
zur Innenministeriums-Affäre eingefordert. Sie halte die Klärung der
offenen Fragen ausschließlich in diesem Gremium für möglich. Sollte
es zu keinem U-Ausschuss kommen, wäre dies für die SPÖ nicht
akzeptabel und nicht gut, weder Öffentlichkeit noch Parteibasis
würden dies verstehen. Von der ÖVP forderte sie ein "Umdenken". An
ein Ende der Koalition denkt sie nicht.
Zum Thema
Viele Ausschüsse. Man habe habe in der Vergangenheit viele Untersuchungs-
ausschüsse
gehabt, die oft gegen eine Partei angelegt gewesen seien. Bis auf die
letzten zwei (Eurofighter und Banken-Ausschuss) seien nahezu alle
einstimmig beschlossen worden, so Prammer.
Nicht in Frage stellen. Die Angst der ÖVP, dass es zu einem Schauprozess kommen könnte, in
welchen die Volkspartei in eine "Schlammschlacht" verwickelt werden
könnte, versuchte Prammer zu entkräften. Man müsse sich den Rahmen
selbst stecken, "klare Spielregeln" einführen und auch ein Zeitlimit
geben, "dann ist das kein Schauprozess". In der Vergangenheit habe
man schon oft bewiesen, "dass das gut geht". Man sollte das
Kontrollinstrument U-Ausschuss nicht in Frage stellen, mahnte die
Nationalratspräsidentin.
Neuwahlen. Gefragt, ob sie Neuwahlen befürchte, meinte Prammer, soweit wolle
sie gar nicht denken. Sie bemühe sich um Konsens. Ob die SPÖ im Fall
des Falles den Koalitionspartner überstimmen werde, wollte die
Präsidentin nicht beantworten. Sie verwies auf den Innenausschuss
Ende Februar. Danach werde man die nächste Beurteilung machen können.
Koalition zu retten. Die Koalition ist für Prammer "natürlich" zu retten. Sie hoffe
nicht, dass die Regierung an dieser Frage zugrunde geht. Die
Bevölkerung wisse, dass es aufklärungswürdige Umstände gebe. Daran
die Koalition scheitern zu lassen wäre "äußerst unklug".
Kritik übte Prammer auch daran, dass sich die ÖVP bisher dagegen
versperrt habe, die Einsetzung eines U-Ausschusses zu einem
Minderheitenrecht zu machen. Sie sehe derzeit auch "kein Licht am
Horizont" für einen Umschwung der ÖVP.
Wenig Freude hatte die Nationalratspräsidentin mit dem Aufruf von
Regierungskoordinator Verkehrsminister Werner Faymann (S), den Streit
zu beenden. Dies sei "unverständlich" gewesen.





