Ministeriums-Affäre: 60 Prozent der Österreicher wollen U-Ausschuss
Umfrage in "Format": Die derzeit eingesetzte Kommission ist für die Bevölkerung nicht ausreichend.

Foto © ReutersÖsterreicher sind für einen U-Ausschuss auch wenn die große Koalition zerbricht
Die Mehrheit der Österreicher wünscht sich die
Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu den
Korruptionsvorwürfen gegen das Innenministerium. Laut einer
OGM-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Format" sind 60 Prozent für
einen U-Ausschuss, selbst wenn die Große Koalition daran zerbricht.
Nur 29 Prozent sind dagegen, elf Prozent wollen sich zu dieser Frage
nicht äußern.
Politik Schuld.
"Die derzeit eingesetzte Kommission ist für die Österreicher nicht
ausreichend, da die Bevölkerung nicht der Polizei, sondern der
Politik die Hauptschuld an diversen Pannen der Polizei gibt", erklärt
OGM-Expertin Karin Cvrtila.
Steirische SPÖ beharrt auf U-Ausschuss.
Der steirische SPÖ-Landesgeschäftsführer Toni Vukan
zeigte sich am Donnerstag nicht zufrieden mit der Haltung von
Bundeskanzler und Parteivorsitzendem Alfred Gusenbauer in Sachen
U-Ausschuss. "Wir bleiben unerschütterlich bei unserer Forderung", so
Vukan, der am Mittwoch zusammen mit Landtagsklubobmann Walter Kröpfl
geharnischt gegen Gusenbauer und VP-Klubchef Wolfgang Schüssel
ausgerückt war. Die ÖVP forderte unterdessen eine Entschuldigung von
Gusenbauer für die Attacken Vukans, der Schüssel gestern mit
Engelbert Dollfuß verglichen hatte.
Zeitpunkt unklar.
Der Zeitpunkt für einen U-Ausschuss sei nicht so wichtig, "kommen
wird der Ausschuss aber müssen", so Vukan: "Gottes Mühlen mahlen
langsam, die Wahrheit wird ans Licht kommen." Über den Zeitpunkt der
Einrichtung des U-Ausschusses zu den Vorgängen im Innenministerium
könne er nichts sagen, erklärte Vukan, aber: "Je eher, desto besser."
Amon fordert Entschuldigung.
ÖVP-Sozialsprecher Werner Amon forderte am Donnerstag per
Aussendung eine Entschuldigung von Bundeskanzler SPÖ-Chef Alfred
Gusenbauer für die Aussage von Vukan, der Schüssel am Vortag als
"Dollfuß des 21. Jahrhunderts" bezeichnet hatte. Dieser Vergleich
entbehre jeglicher Grundlage und sei "weder historisch noch sonst
irgendwie zulässig", so Amon. Derartige Aussagen würden
ausschließlich zur Herabwürdigungen eines politischen Mitbewerbers
dienen, und zwar "in einer Art und Weise, die das erträgliche Ausmaß"
weit überschreite. Er erwarte sich von Gusenbauer, dass dieser "diese
diffamierende Hetzkampagne" umgehend einstelle und sich bei Schüssel
entschuldigt.
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Causa Haidinger beschäftigt weiterhin den Politik-AlltagFoto © Reuters





