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Zuletzt aktualisiert: 26.02.2008 um 18:25 Uhr

Berisha: Mit Kosovo-Unabhängigkeit wurden die Albaner frei

Der albanische Regierungschef Sali Berisha hat die Bedeutung der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo für alle Albaner hervorgestrichen.

Albanische Regierungschef Sali Berisha

Foto © ReutersAlbanische Regierungschef Sali Berisha

"Der 17. Februar 2008 war der Tag, an dem die Albaner frei geworden sind", sagte Berisha am Montag bei einer Pressekonferenz mit dem kosovarischen Parlamentspräsidenten Jakub Krasniqi in Tirana. "Die zwei albanischen Staaten" Albanien und Kosovo würden nun gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um die Beziehungen zu Serbien zu verbessern. "Es ist im größten Interesse der Albaner und Serben, dieses neue Kapitel in ihrer Geschichte zu schreiben zu beginnen, im Namen der Zukunft", sagte Berisha.

"Unity-Team". Ein auf Zusammenarbeit abzielendes Dokument sei vom kosovo-albanischen "Unity Team" - das bei den Verhandlungen um den Status des Kosovo in Erscheinung getreten war - bereits vorgelegt worden. "Aber Belgrad hat keinerlei Bereitschaft gezeigt", meinte Bersiha laut Albaniens staatlicher Nachrichtenagentur ATA. Das Dokument sei "nach wie vor gültig". Sowohl Kosovo als auch Albanien seien zu "Kooperation, Einvernehmen, Freundschaft und Versöhnung" bereit.

Versöhnung. "Versöhnung ist unabdingbar, nun da das Leid und die übermenschlichen Opfer (die die Menschen brachten, Anm.) in das Denkmal der Unabhängigkeit des Kosovo gegossen sind", sagte der Premier. Es gebe "keine Rachetendenz, keinen Hass". "Wir hoffen, dass Belgrad die Botschaft Schritt für Schritt versteht und die übrigen Nachbarn sich bewusstwerden, dass der heutige Balkan freier und gerechter ist als je zuvor in der Geschichte", spielte Berisha vermutlich auch auf die bosnische Serbenrepublik an, die gedroht hat, sich von Bosnien-Herzegowina zu lösen.

Streben nach Freiheit. "Keine andere Nation hat größeren Widerstand geleistet in seinem Streben nach Freiheit und Würde", beschwor Berisha zugleich die albanische Nation. "In den Anfängen des letzten Jahrhunderts organisierte Kosovo die heftigsten Erhebungen in Europa, gefolgt von der albanischen Erklärung der Unabhängigkeit", bezog Berisha sich auf das Jahr 1912, als Ismail Qemali die Gründung des albanischen Staates ausrief. Freilich - auch dieser erste albanische Nationalstaat musste ohne den Kosovo auskommen. "1912 war das Jahr, das unsere Existenz als Nation bestimmte, denn ohne dieses Datum hätte das Schicksal der albanischen Nation nicht vorhergesagt werden könne, aber der 17. Februar 2008 ist der Tag, an dem die Albaner frei geworden sind."

Straßen und Investitionen. In Zukunft will Albanien nach Worten Berishas zum einen durch Straßen, zum anderen durch Investitionen besser mit dem Kosovo verbunden sein. Tirana wolle "ein großer Anteilseigner der im Kosovo zu bauenden Wärmekraftwerke werden", sagte Berisha nach Trasniqis erstem offiziellen Besuch in Albanien seit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo am 17. Februar.


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