ÖBB planen Offensive für Süden Österreichs
Mit dem Spatenstich für den Semmeringtunnel ist die Südbahn auf Schiene. Zugfahren auf der Strecke soll schon jetzt attraktiver werden.

Foto © APAModerne Railjets jetzt auch auf der Südbahn
Geht es um seine Lieblingsthemen, ist Landeshauptmann Gerhard Dörfler nie um Superlativen verlegen - auch wenn Geografie dabei zur Makulatur wird. "Der Sueskanal beginnt in Zukunft an der Adria", erklärte Dörfler am Montag in einer Pressekonferenz mit ÖBB-Chef Christian Kern. Grund für die Euphorie ist der Spatenstich am Mittwoch für den Semmering-Basistunnel als Teil der "Baltisch-Adriatischen Achse" (siehe EU-Fahrplan unten).
Kärnten habe sich bei der Südbahn durchgesetzt, sagt Dörfler und spricht von einem "europäischen Zukunftsprojekt", das nach Jahrzehnten auf Schiene gebracht wird. ÖBB-Chef Kern unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Milliardeninvestitionen, die von wissenschaftlichen Studien bestätigt wird. Wertschöpfung in den nächsten 30 Jahren: 15,5 Milliarden Euro.
Aufträge für Kärntner
"In Österreich entstehen durch das Projekt 15.000 nachhaltige Arbeitsplätze", sagt Kern. "In Kärnten und für den Koralmtunnel investieren wir von 2012 bis 2017 zwei Milliarden Euro." Profitieren sollen laut Kern regionale Betriebe. "Bisher wurden in Kärnten 378 Millionen Euro verbaut, von 100 Bauaufträgen gingen 80 an Kärntner Betriebe."
Auch abseits davon wird in die lange Zeit vernachlässigte Südbahn investiert, Kern verspricht "moderne Infrastruktur und das beste Wagenmaterial". Bis zum Sommer werden fast alle Verbindungen mit den modernen "Railjet"-Garnituren (auf der Westbahnstrecke seit Jahren im Einsatz) geführt. WLAN im Zug wird zum Standard, "Do & Co" soll mehr Qualität bei der Gastronomie bringen, auch in die Bahnhöfe wird weiter investiert.
Zufrieden sind Land und ÖBB mit der Offensive im Nahverkehr. Bahn und Postbus befördern in Kärnten jährlich 26 Millionen Passagiere, Tendenz steigend.
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Kommentar
Bahnfahren in Kärnten
Seit Einführung der S-Bahn gab es in Kärnten bei den Fahrgästen einen Zuwachs von acht Prozent, 16 Prozent mehr Zeitkarten wurden verkauft.
Im Sommer startet die zweite Phase der S 2 (Villach - St. Veit), mit der Weiterführung nach Rosenbach wird der Raum Faaker See angebunden. Von 2. 7. bis 11. 9. gibt es die "S-Bahn Nightline" (Spittal - St. Veit).
Zahlen und Fakten
2600 Euro pro Jahr ersparen sich Pendler, wenn sie zwischen Klagenfurt und Villach auf die Bahn statt auf das Auto setzen.
380 Millionen Euro wurden bis jetzt schon in die Kärntner Abschnitte der Koralmbahn investiert.
15,5 Milliarden Euro Wertschöpfung soll in den nächsten 30 Jahren der Bau der neuen Südbahn bringen.










