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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2008 um 10:41 UhrKommentare

Anwalt Karadzic': Einigung mit Holbrooke bei Brand vernichtet

Ein Dokument, nach dem im Sommer 1996 der US-Beauftragte auf dem Balkan, Richard Holbrooke, dem damaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik, Radovan Karadzic, die Straffreiheit versprochen haben soll, soll bei einem Brand vernichtet worden sein.

Foto © Reuters

Das behauptet der Belgrader Anwalt des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Karadzic, Goran Petronijevic. Das Originaldokument der Einigung sei auf "sehr merkwürdige Weise Anfang 2001 aus dem Archiv des Belgrader Außenministeriums" verschwunden, sagte der Anwalt der Tageszeitung "Politika".

Brand im Außenministerium. Bei einem Brand im jugoslawischen Außenministerium sei damals ein Teil der Archivunterlagen vernichtet worden, sagte der Anwalt des Haager Angeklagten. Im serbischen Außenministerium war in den vergangenen Jahren wiederholt nach den Unterlagen des vermeintlichen Abkommens Karadzic' mit Holbrooke gesucht worden. Das Dokument konnte aber nicht entdeckt werden. Offiziell wurde diese Tatsache aber nie auch mit dem Brand im Außenministerium in Verbindung gebracht.

Abgestritten. Holbrooke selbst bestritt wiederholt, je eine Einigung mit Karadzic erzielt zu haben, die den ehemaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik vor der strafrechtlichen Verfolgung durch das UNO-Kriegsverbrechertribunal schützen würde.

Anklage. Karadzic wurde nach gut zwölfjähriger Fahndung am 21. Juli in Belgrad festgenommen und Ende Juli an das UNO-Tribunal überstellt. Er soll sich am 29. August zur Haager Anklage äußern, die ihn des Völkermordes in Srebrenica, des jahrelangen Beschusses von Sarajevo und anderer Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges (1992-1995) beschuldigt.


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