Anwalt Karadzic': Einigung mit Holbrooke bei Brand vernichtet
Ein Dokument, nach dem im Sommer 1996 der US-Beauftragte auf dem Balkan, Richard Holbrooke, dem damaligen Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik, Radovan Karadzic, die Straffreiheit versprochen haben soll, soll bei einem Brand vernichtet worden sein.

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Das behauptet der Belgrader Anwalt des mutmaßlichen
Kriegsverbrechers Karadzic, Goran Petronijevic. Das Originaldokument
der Einigung sei auf "sehr merkwürdige Weise Anfang 2001 aus dem
Archiv des Belgrader Außenministeriums" verschwunden, sagte der
Anwalt der Tageszeitung "Politika".
Brand im Außenministerium. Bei einem Brand im jugoslawischen Außenministerium sei damals ein
Teil der Archivunterlagen vernichtet worden, sagte der Anwalt des
Haager Angeklagten. Im serbischen Außenministerium war in den
vergangenen Jahren wiederholt nach den Unterlagen des vermeintlichen
Abkommens Karadzic' mit Holbrooke gesucht worden. Das Dokument konnte
aber nicht entdeckt werden. Offiziell wurde diese Tatsache aber nie
auch mit dem Brand im Außenministerium in Verbindung gebracht.
Abgestritten. Holbrooke selbst bestritt wiederholt, je eine Einigung mit
Karadzic erzielt zu haben, die den ehemaligen Präsidenten der
bosnischen Serbenrepublik vor der strafrechtlichen Verfolgung durch
das UNO-Kriegsverbrechertribunal schützen würde.
Anklage. Karadzic wurde nach gut zwölfjähriger Fahndung am 21. Juli in
Belgrad festgenommen und Ende Juli an das UNO-Tribunal überstellt. Er
soll sich am 29. August zur Haager Anklage äußern, die ihn des
Völkermordes in Srebrenica, des jahrelangen Beschusses von Sarajevo
und anderer Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges (1992-1995)
beschuldigt.





