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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2012 um 11:17 UhrKommentare

Erneut Proteste im Iran erwartet

Der Iran macht "Feinde des Islams" für die Ausschreitungen verantwortlich. Die jüngste Talfahrt der Währung Rial hat heftige Proteste nach sich gezogen, die heute wieder aufflammen könnten.

Foto © APA

Die Währungskrise im Iran geht unvermindert weiter. Aus Unsicherheit und nach den heftigen Protesten am Mittwoch wurde am Donnerstag vorerst gar kein Wechselkurs für US-Dollar und Euro bekannt gegeben. Am Mittwoch notierte der Euro bei 45.000 Rial und der US-Dollar bei rund 36.000 Rial, was einen Verlust von rund 30 Prozent innerhalb weniger Tage bedeutet.

Die Führung machte die "äußeren Feinde des Islam und die Exil-Opposition der Volksmujaheddin" für die gewaltsamen Proteste rund um den Bazar und das Finanzviertel "Fersosi" verantwortlich. "Dieser Mob will nur dem Islam und unserem Staat schaden und sollte sich bewusst sein, dass wir mit aller Härte des Gesetzes gegen ihn vorgehen werden", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA einen offiziellen Polizeisprecher.

Während die Bevölkerung mit Preisverdoppelungen bei den Lebensmitteln kämpft und ihre Mieten nicht bezahlen kann, hat die jüngste Talfahrt der Währung Rial auch im Majles (iranisches Parlament) deutliche Spuren hinterlassen. Immer mehr Parlamentarier machen die Wirtschaftspolitik von Präsident Ahmadinejad für die desaströse Wirtschaftslage und die rasante Geldentwertung verantwortlich. Parlamentspräsident Ali Larijani brachte die Stimmung auf den Punkt: "Dr. Ahmadinejad hat es verabsäumt, hier die richtigen Schritte zu setzen", kommentierte er im Gespräch mit nationalen Medien.

Die Antwort Ahmadinejads ließ nicht lange auf sich warten: Es tue ihm leid, dass Larijani solch staatstragenden Dinge wie die aktuelle Wirtschaftslage über die Medien des Geheimdienstministeriums thematisiere, so sein Seitenhieb. Für den heutigen Donnerstag werden weitere Proteste gegen die Währungskrise erwartet.

Quelle: APA

Fakten

Der iranische Rial verlor seit Ende 2011 mehr als 80 Prozent seines Wertes. Gründe sind der Mangel an Devisen und die starke Inflation in Folge der Sanktionen.

Grafik

Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

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