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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2012 um 10:11 UhrKommentare

Israel: Jeden Tag ein Schritt weiter in Richtung Krieg

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak stimmt in einem Interview in den Angriffstenor auf den Iran ein. Es bleibe nicht mehr allzu viel Zeit, denn mit einer iranischen Atombombe könnte man nur schwer fertig werden.

Israel rüstet sich im Hintergrund bereits für den Gegenangriff

Foto © APAIsrael rüstet sich im Hintergrund bereits für den Gegenangriff

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat im Atomstreit mit dem Iran vor einer zu zögernden Haltung gewarnt. Wenn die Islamische Republik erst einmal eine Atombombe habe, würde es viel komplizierter und gefährlicher, mit ihr fertig zu werden, sagte Barak am Donnerstag in einem ZDF-Interview. Deshalb sei 2012 in dieser Hinsicht ein enorm wichtiges Jahr. Er sehe nicht, dass die Führung in Teheran ihr Streben aufgeben werde, eine Atommacht zu werden. "Unsere Verantwortung ist es, das zu verhindern. Wir dürfen deshalb keine Optionen vom Tisch nehmen", sagte Barak und schloss erneut einen israelischen Militäreinsatz gegen die iranischen Atomanlagen nicht aus.

Barak nimmt die USA in die Pflicht

Barak forderte einen klaren Zeitplan mit Deadline für Gespräche mit Teheran. Barak sagte dem israelischen Rundfunk am Donnerstag, gegenwärtig halte der Iran sich offenbar aus Furcht vor einem möglichen Militärschlag mit Bemühungen um den Bau einer Bombe noch zurück. Teheran habe die Sorge, "die USA oder jemand anderes könnte gegen sie vorgehen", sagte der 70-Jährige während eines Interviews aus Deutschland. Barak warnte gleichzeitig, Israel habe nur noch wenig Zeit, das Problem militärisch zu lösen. "Die USA haben mehr Fähigkeiten als Israel, und man kann sich einen Punkt vorstellen, an dem Israel schon sehr eingeschränkt in seinen Fähigkeiten ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, und die USA sagten können 'Wir haben noch Monate Zeit'", sagte Barak.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Vorwand der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Das Land, gegen das wegen seiner Atompolitik zahlreiche Sanktionen verhängt wurden, bestreitet die Anschuldigungen. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm bedroht, zumal Präsident Mahmoud Ahmadinejad mehrfach damit gedroht hat, den jüdischen Staat von der Landkarte zu tilgen. Barak sagt, er schenke Ahmadinejads Beteuerungen, nicht eine Atombombe bauen zu wollen, keinen Glauben.


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Israels Verteidigungsminister Ehud BarakFoto © Reuters

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