Assad fleht in Teheran um Hilfe
Syrien will 15.000 Soldaten, Waffen und Geld aus dem Iran.
Die Telefone zwischen Damaskus und Teheran laufen in diesen Tagen heiß. Das Regime des angeschlagenen syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hat in den letzten fünf Tagen mehrmals urgiert und um rasche und umfassende Hilfe aus dem befreundeten Iran angesucht. Konkret geht es um "logistische Lieferungen" und finanzielle und personelle Unterstützung. Syrien rechne mit bis zu 15.000 paramilitärischen iranischen Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung in den Provinzen des Landes, berichteten chinesische und russische Medien bereits letzte Woche.
Einige tausend Mann iranischer Hilfsmilizen befinden sich nach Angaben der syrischen Opposition bereits jetzt im Lande und helfen Assad bei der Niederschlagung der Rebellen. Im Schlepptau hätten sie technisches Know-How wie Abhörgeräte und spezielle Knüppel, so ein Rebellensprecher.
Dass iranische Schiffe just erst vor wenigen Tagen wieder das Mittelmeer passierten und nach Syrien fuhren, darf als symbolische Bestätigung des engen Bündnisses gesehen werden und gilt auch als ein Zeichen regionaler Machtdemonstration in Richtung Israel. Anders als Israel es von Ägyptens Langzeitdiktator Hosni Mubarak gewohnt war, gab die Übergangsregierung in Kairo der Führung in Teheran die Zustimmung zur Durchfahrt. Im Zuge der Aktion unterzeichneten Syrien und der Iran auch gleich ein Marineabkommen, das vorsieht, dass die beiden Länder künftig verstärkt gemeinsame Manöver durchführen und sich sowohl mit Ideen als auch mit Personal gegenseitig unterstützen.
Auch wenn der Iran stets negiert, personell in die Niederschlagung der Rebellen involviert zu sein, so sprechen die Fakten eine klare Sprache: Kassem Suleymani, der Kommandant der vom Iran unterstützten Al-Quds-Brigaden berät jetzt schon die syrischen Behörden über die Zerschlagung der Rebellen im Land. Die Al-Quds ist zum Teil auch verantwortlich für Ausbildung und Finanzierung der libanesischen schiitischen Hisbollah.
Diese Hilfestellungen Teherans sind allesamt nicht ganz uneigennützig. Ist doch Syrien das einzige Land unter den arabischen Staaten, das seit dem Bestehen der Islamischen Republik enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Gottesstaat unterhält. Die Kanäle reichen von Geld- und Waffentransfers an die libanesische Hisbollah und die palästinensische Hamas bis zu gemeinsamen Waffenkäufen. Ein UNO-Bericht hat enthüllt, dass sechs von neun gemeldeten Verletzungen konventioneller Waffenlieferungen aus dem Iran für Syrien bestimmt waren. In allen solchen Vorfällen waren die Waffen sorgsam verborgen, um eine Inspektion zu vermeiden und die Identität der Endnutzer zu verheimlichen.














