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    Zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 um 11:50 UhrKommentare

    Iran verweigert IAEA-Experten Zutritt zu Atomanlage

    Teheran hat den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA abermals den Zugang zu einer verdächtigen Militäranlage verweigert. Durch diesen Affront wird der Konflikt weiter angeheizt.

    Foto © APA

    Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ist am Mittwoch mit leeren Händen von seiner zweitägigen Reise in den Iran zurückgekehrt. "Leider konnten wir über keinen einzigen unserer Ansätze Übereinstimmung erzielen", erklärte Chefinspekteur Herman Nackaerts als Leiter des Teams bei der Rückkehr am Flughafen Wien vor Journalisten. Die Frage, ob die Mission gescheitert sei, wollte er nicht kommentieren. In Teheran betonte Ayatollah Ali Khamenei, das Atomprogramm seines Landes lasse sich durch nichts und niemanden aufhalten.

    Khamenei gegen "Wirbel des Westens"

    "Nichts, und keine Hürde, kann die Atomarbeit des Iran aufhalten und sie sollte entschieden und ernsthaft vorangetrieben werden, trotz des Wirbels des Westens", sagte Khamenei, geistliches Oberhaupt des Iran, bei einem Treffen mit Vertretern der iranischen Atombehörde am Mittwoch. Er betonte zugleich, dass der Iran nicht an Atomwaffen interessiert sei. Ein Atomwaffenprogramm sei "gegen unseren Glauben ... wir betrachten Atomwaffen als eine große Sünde", fügte das geistliche Oberhaupt des Iran hinzu. Die internationale Gemeinschaft wisse dies, so Khamenei.

    Es war bereits die zweite Reise von Vertretern der Atomwächter innerhalb weniger Wochen, die ohne Ergebnis verlief. Ein weiterer Fahrplan für zukünftige Gespräche liegt vorerst nicht vor. "Zu dieser Zeit gibt es keine Übereinstimmung über weitere Diskussionen", sagte IAEA-Sprecherin Gill Tudor der Nachrichtenagentur dpa. Auch Nackaerts erklärte, eine Vereinbarung über künftige Lösungswege sei nicht erzielt worden.

    Das war eines der zentralen Anliegen der IAEA-Experten gewesen. Zweiter zentraler Punkt war die Forderung, das Militärgelände Parchin besuchen zu können, wo möglicherweise Tests mit atomaren Sprengköpfen simuliert wurden. Aus dem russischen Außenministerium in Moskau verlautete dazu, die IAEA habe dieses Gelände schon in der Vergangenheit kontrolliert. Außerdem unternahm das Team nach IAEA-Angaben einen erneuten Versuch, die militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms zu erörtern.

    Westerwelle für mehr Druck gegen Teheran

    Diese drei Ansätze habe das IAEA-Team im Laufe der zweitägigen Visite "in einem konstruktiven Geist" verfolgt, hielt Nackaerts fest. Erfolglos: "Wir haben keinen Zugang erhalten, und wir konnten das weitere Vorgehen nicht festlegen." Zunächst wird nun das Team dem Direktor der IAEA, Yukiya Amano, Bericht erstatten. Anfang März soll sich der Gouverneursrat der Atombehörde bei seiner routinemäßigen Versammlung mit dem Thema beschäftigen. "Dann werden wir sehen, was die nächsten Schritte sind", sagte Nackaerts. Schon in der Nacht hatte Amano in einer Mitteilung geschrieben, er sei enttäuscht über den Verlauf der Gespräche. Ein neuer Bericht des IAEA-Chefs zum Iran wird noch in dieser Woche erwartet.

    Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle sprach sich nach dem Misserfolg des IAEA-Teams für noch mehr Druck gegen Teheran aus. Er appellierte am Mittwoch an andere Staaten, sich den bereits beschlossenen Sanktionen der Europäischen Union (EU) gegen den Iran anzuschließen. Zugleich forderte er die Führung in Teheran auf, ihren "unverantwortlichen Kurs" der Nicht-Zusammenarbeit aufzugeben. "Es ist sehr bedauerlich und schädlich, dass die IAEO-Inspektoren unverrichteter Dinge und ohne Ergebnis abreisen mussten", erklärte Westerwelle in Berlin.

    Viele Länder vermuten, der Iran betreibe ein geheimes Atomwaffenprogramm. Die UNO, die USA und die EU haben Sanktionen gegen das islamische Land verhängt. Teheran beharrt darauf, sein Nuklearprogramm verfolge ausschließlich friedliche Ziele und lehnt auch die Forderung nach einem sofortigen Stopp der Urananreicherung strikt ab.

    Russland warnt Israel vor Militäreinsatz

    Russland warnte unterdessen Israel eindringlich vor einem Militäreinsatz im Atomstreit mit dem Iran. Jedes derartige Szenario wäre "katastrophal für die Region und für das ganze System der internationalen Beziehungen", sagte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow am Mittwoch. Er hoffe, dass Israel sich aller Folgen eines solchen Einsatzes bewusst sei. "Sie sollten auch bedenken, welche Konsequenzen für sie selbst ein solches Vorgehen hätte."

    Inmitten des sich zuspitzenden Streits um sein Atomprogramm gab der Iran den Bau eines Komplexes für die Herstellung atomarer Brennelemente bekannt. Außenminister Ali Akbar Salehi erklärte, die Islamische Republik baue derzeit eine derartige Anlage, trotz der Bemühungen des Westens, die nuklearen Errungenschaften des Iran zu unterminieren, berichtete der staatlichen Sender Press TV am Mittwoch. Der Iran sei eines der wenigen Länder, die eine solche Anlage errichten könnten, sagte Salehi. Für den Westen sei es daher eine Überraschung gewesen, dass der Iran Zugang zu einer solchen Technologie habe.

    Am 15. Februar hatte der Iran verkündet, einen Forschungsreaktor in Teheran mit den ersten im eigenen Land produzierten Brennstäben bestückt zu haben. Die Brennstäbe wurden demnach in der Atomanlage in Isfahan hergestellt und unter Aufsicht der IAEA-Inspektoren in den Teheraner Reaktor überführt. Mit der Bestückung des Reaktors hat Teheran nach eigenen Angaben den nuklearen Kreislauf vollendet.


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