Israel: Ärger über Zweifel an seiner Schlagkraft
Israel ist laut Medienberichten über US-Zweifel an seiner militärischen Fähigkeit zu einem Angriff auf iranische Atomanalagen verärgert. Wer Israels Schlagkraft in Frage stelle, verringere den Druck auf den Iran und erhöhe damit letztlich die Gefahr.

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Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak hätten sich beim Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Tom Donilon, über entsprechende Äußerungen von US-Generalstabschef Martin Dempsey und anderen Militärexperten beschwert, berichtete die Zeitung "Haaretz" am Dienstag. Wer Israels Angriffsfähigkeit in Frage stelle, verringere den Druck auf den Iran und erhöhe damit letztlich die Gefahr, dass es tatsächlich zu einem Krieg komme, gab die Zeitung ungenannte Vertreter Israels wieder.
Der israelische Regierungssprecher Mark Regev wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. "Wir kommentieren diese Art von Pressespekulationen nicht", sagte er am Dienstag in Jerusalem. Dempsey hatte in einem CNN-Interview eine allfällige Attacke Israels gegen den Iran als "destabilisierend" bezeichnet. Zugleich hatte er Israel zur Zurückhaltung aufgerufen: "Es wäre zu diesem Zeitpunkt nicht weise, den Iran anzugreifen". Zeitgleich hatte die "New York Times" einen skeptischen Artikel über die Erfolgschancen eines israelischen Angriffs veröffentlicht. Ein solcher Angriff werde die israelische Luftwaffe auf eine sehr harte Probe stellen, gab die Zeitung US-Militärexperten wieder. Ein Erfolg sei alles andere als garantiert.
Die US-Regierung befürchtet, Israel könnte in den kommenden Monaten während des US-Präsidentschaftswahlkampfes versuchen, die iranischen Atomanlagen durch einen Luftschlag zu zerstören. Netanyahu wird am 5. März zu Gesprächen mit Obama im Weißen Haus erwartet. Die Haltung der USA erläutern wird Obamas Geheimdienstkoordinator James Clapper, der in der zweiten Wochenhälfte nach Tel Aviv fliegt. Washington befürchtet, dass ein israelischer Angriff auf die iranischen Anlagen zu einer Eskalation führen und die USA zum Eingreifen nötigen könnte: mit Bombern, Marschflugkörpern und spezieller Munition. US-Regierungsmitglieder, unter ihnen Verteidigungsminister Leon Panetta, haben öffentlich gewarnt, eine derartige Aktion drohe sich über Wochen hinzuziehen und einen unkalkulierbaren Flächenbrand im Nahen Osten auszulösen. Ein solcher Krieg könnte die Wiederwahl von Präsident Obama im November gefährden.













