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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2012 um 14:50 UhrKommentare

Apokalyptiker Mahmoud Ahmadinejad

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad glaubt fest an die Rückkehr des sogenannten "Mahdi". Plant das iranische Oberhaupt vielleicht sogar, mit einer atomaren Apokalypse die Rückkehr des Propheten zu beschleunigen?

Mahmoud Ahmadinejad glaubt an die Rückkehr des Mahdi

Foto © APAMahmoud Ahmadinejad glaubt an die Rückkehr des Mahdi

Das umstrittene iranische Atomprogramm könnte neben einer machtpolitischen durchaus auch eine religiöse Dimension haben. Sollte wegen der Teheraner Atompläne tatsächlich ein militärischer Konflikt im Nahen Osten ausbrechen, wären die Folgen unabsehbar, möglicherweise "apokalyptisch". Nach schiitischer Glaubenslehre könnte in solch einer Situation der "Mahdi" aus der Verborgenheit zurückkehren und die Welt erlösen.

Militärschlag nach Provokation?

Einige Experten verdächtigen den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, auf ein derartiges Szenario hinzuarbeiten. Ahmadinejad, der am Beginn jeder seiner Reden die Wiederkunft des Mahdi beschwört, könnte möglicherweise durch seine Atompolitik geradezu einen israelischen Militärschlag provozieren wollen, so die Befürchtung. Wie der iranisch-deutsche Politologe Kamran Safiarian in seinem neuen Buch "Pulverfass Iran" schreibt, ist Ahmadinejad "ein Anhänger der in den 50 Jahren gegründeten messianischen Gruppe Hojjatiye".

Nach Überzeugung der Hojjatiye, so Safiarian, "sollte der Mahdi bald in Erscheinung treten und die Welt von Unglauben und Ungerechtigkeit erlösen". In der iranischen Spielart des schiitischen Islam, der "Zwölfer-Schia", besteht der Glaube, dass der sogenannte zwölfte Imam Mohammed al-Mahdi, ein direkter Nachkomme des Propheten Mohammed, vor etwa 1000 Jahren im jugendlichen Alter in die Verborgenheit entrückt wurde. Von dort soll er einst wiederkehren und die Menschheit erlösen.

Vorbereitungen für die Rückkehr

Der iranische Präsident betone immer wieder, die Hauptaufgabe der Revolution sei es, die Rückkehr des verborgenen Iman Mahdi vorzubereiten, schreibt Safiarian. "Eigenmächtig beruft er Sitzungen ein, die man auf der Internetplattform YouTube sehen kann, und erklärt seine Vorstellungen einer Wiederkehr des verborgenen Imams. Er trifft Vorkehrungen und lässt Karten mit einer Route erstellen, auf der sich dieser Messias den Gläubigen wieder zeigen werde." Manche Gläubige erwarten die Wiederkunft des Mahdi bei Qom, wo der Iran eine lange Zeit geheimgehaltene Atomanlage in einen Berg gebaut hat.

Unter Exiliranern macht eine Anekdote die Runde, nach der Ahmadinejad bei Sitzungen oder auch bei Essenseinladungen immer einen Stuhl neben sich freihält und ein zweites Glas Wasser bestellt - "für die mögliche Rückkehr des zwölften Imams". In solchen Augenblicken sollen selbst Ahmadinejads Unterstützer den Kopf schütteln, berichtet Safirarian. Auch als Ahmadinejad im September 2010 Subventionen abbauen wollte, bemühte er die Theologie und verkündete, die Rückkehr des Mahdi stehe bevor.

"Die größte Angst des Westens indes besteht darin, dass sich eine Atombombe in den Händen des iranischen Präsidenten befinden könnte, der diesen sektiererischen Gedanken verfallen ist. Denn es erscheint manchen möglich, dass der Präsident die Periode schrecklicher Kriege und gesellschaftlicher Dekadenz, nach der der Mahdi zurückkehren soll, am Ende selbst herbeiführen könnte - durch den Gebrauch der Atombombe", so das Resümee des Autors.


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