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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2012 um 14:23 UhrKommentare

Die Straße von Hormuz: Die wichtigste Ölroute der Welt

Der Iran hat damit gedroht, die Straße von Hormuz zu blockieren. Eine Blockade würde sich massiv auf den weltweiten Ölpreis auswirken.

Iranische Militärübung in der Straße von Hormuz

Foto © ReutersIranische Militärübung in der Straße von Hormuz

Auf die Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran reagiert das Regime in Teheran mit Säbelrasseln in der Wasserstraße von Hormuz (Hormus), der weltweit wichtigsten Ölroute. Kein Tropfen Öl soll diese Erdölroute passieren, drohte unlängst der iranische Vizepräsident Reza Rahimi. Davon würde vor allem die asiatische Wirtschaft und der Erdölproduzent Saudi-Arabien getroffen. 2011 wurden täglich 17 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl über diese Route transportiert. Zum Vergleich: Die OMV-Raffinerie Schwechat verarbeitete 7,74 Mio. Barrel Rohöl im Jahr 2010.

14 beladene Öltanker täglich

Österreich wäre von einer Sperre der Straße nicht unmittelbar betroffen: Die OMV beziehe derzeit kein Öl aus dem Iran bzw. über diese Route, für die Raffinerie Schwechat komme das Rohöl vor allem aus Österreich, Kasachstan, Libyen und Russland, erklärte OMV-Sprecher Sven Pusswald auf Anfrage der Austria Presse Agentur. Dagegen sind rund 35 Prozent des weltweit mit Öltankern transportierten bzw. ein Fünftel des gesamten weltweit gehandelten Öls im Vorjahr über Hormuz abgewickelt worden, geht aus Daten der US Energy Information Agency hervor, der Statistik- und Analyse-Abteilung des US-Energieministeriums. Im Schnitt befahren 14 beladene Öltanker täglich die Wasserstraße. 85 Prozent dieser Öltransporte gehen nach Asien - vor allem nach Japan, Südkorea und China.

Kosten würden massiv steigen

Eine Sperre dieser Route würde neben erwarteten Auswirkungen auf den Ölpreis vor allem zu längeren Transportwegen und damit höheren Kosten führen. So könnte das Rohöl unter anderem über die saudi-arabische East-West-Pipeline mit einer Kapazität von 5 Mio. Barrel täglich quer durch das Land ans Rote Meer transportiert werden, so die US Energy Information Agency.

Die Straße von Hormuz, die an ihrer engsten Stelle rund 50 Kilometer breit und 180 Kilometer lang ist, ist nach der in ihr liegenden Halbinsel Hormuz benannt und trennt den Iran und Oman bzw. die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Über die Wasserstraße sind die weltweit größten Ölproduzenten wie Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), der Irak und Kuwait mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbunden. Auch Katar als bedeutender Flüssiggaslieferant nützt die Route für seine LNG-Lieferungen.

Ölexperten halten die Blockade der Wasserstraße für wenig wahrscheinlich, weil auch der Iran selbst als zweitgrößter Ölproduzent unter den OPEC-Ländern auf die Wasserstraße angewiesen ist. Im November 2011 produzierte der Iran täglich 3,5 Mio. Barrel. Nach Hormuz ist die Wasserstraße von Malakka die zweitwichtigste Öl-Route der Welt mit einem geschätzten Transportvolumen von rund 15 Mio. Barrel täglich, gefolgt vom Suezkanal mit 4,5 Mio. Barrel.


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Die Straße von HormuzGrafik © Kleine Zeitung Grafik

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Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

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