Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 16. September 2014 09:30 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Home » Politik » Iran
    Iran verstößt gegen Zeitplan für Atomkontrolle Fünfte Runde der Wiener Atomgespräche beendet Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Iran Nächster Artikel Iran verstößt gegen Zeitplan für Atomkontrolle Fünfte Runde der Wiener Atomgespräche beendet
    Zuletzt aktualisiert: 02.01.2012 um 19:50 UhrKommentare

    Der Iran will zeigen, wie stark er ist

    Der Iran rüstet auf. Mit Raketentests unweit der Meerenge von Hormus will er Stärke zeigen. Aber damit riskieren die Mullahs ein Wettrüsten, das das Land wirtschaftlich ruinieren könnte.

    Nichts für schwache Nerven: Ein iranischer Militärangehöriger während der iranischen Militärübung

    Foto © ReutersNichts für schwache Nerven: Ein iranischer Militärangehöriger während der iranischen Militärübung

    "Stärke" haben die iranischen Militärs ihre Manöver am Montag und am Wochenende genannt. "Einschüchtern kann uns keiner, wir werden nicht einen Zentimeter kürzertreten", sagt Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach der Beendigung der Übungen unweit der Straße von Hormus, einer der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt, durch die Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls nach Europa, Fernost und in die USA bringen.

    Militärischer Nachschub für die Verbündeten

    Diese Drohgebärden aus Teheran sind Reaktionen auf die von den USA beschlossenen neuen Sanktionen gegen die iranische Zentralbank, die auch den Ölexport und damit das Haupteinkommen des Landes betreffen und auf milliardenschwere Waffendeals der USA mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Wert des am Weihnachtstag geschlossenen Vertrages mit den Emiraten über den Ankauf von US-Abfangraketen liegt bei 3,5 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro), jener vom vergangenen Donnerstag über den Verkauf von 84 hochmodernen Kampfjets des Typs F-15 an Saudi-Arabien samt einer Modernisierung von 70 Maschinen der saudi-arabischen Luftwaffe gar bei 30 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro).

    Wachsende Bedrohung

    Die Vereinigten Emirate bilden zusammen mit den anderen konservativen Monarchien Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain und Oman den sogenannten Golf-Kooperationsrat (GCC), der als Gegengewicht zum Iran eine Staatenunion werden soll. Die sunnitischen arabischen Autokraten sehen im schiitischen Iran eine wachsende Bedrohung. Und die gibt es tatsächlich. Die Marschflugkörper und ballistische Raketen, die nach iranischen Angaben in den letzten Tagen im Manöver erfolgreich getestet wurden, sind ein Teil davon. Noch bedrohlicher aus internationaler Sicht ist aber die Ankündigung von Präsident Ahmadinedschad, "im Notfall" die Straße von Hormus zu blockieren, auch wenn der iranische Marine-Vizekommandeur Mahmud Mussawi gestern gleich zu beruhigen versuchte: "Wir werden die Meerenge nicht blockieren. Sollten aber unsere Interessen dort gefährdet werden, würden auch die Interessen anderer Staaten am Golf gefährdet."

    Am eigenen Ast sägen

    Tatsächlich würde eine Blockade von Hormus - oder deren Versuch - zwar den Öl-Nachschub aus der Golfregion für die westliche Industrie gefährden. Aber die Iraner ihrerseits würden damit an jenem Energie-Ast sägen, auf dem sie selbst sitzen. Denn der ölreiche Iran wäre mangels eigener Raffinerien nicht in der Lage, seine Energieversorgung ohne seine Rohöl-Exporte - durch die Straße von Hormus - zu sichern. Genau ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist eines der Argumente der Mullahs, warum sie so hartnäckig an ihrem Atomprogramm festhalten. Die Weltmächte akzeptieren dies zwar mittlerweile prinzipiell, wollen aber zumindest eine Einstellung der Urananreicherung im Iran erreichen, weil sie diese als Vorstufe zur Fertigung von Kernwaffen ansehen.

    Der Iran hingegen beharrt auf seiner eigenen Urananreicherung. Und um seine Macht und Eigenständigkeit zu demonstrieren, hat das Mullah-Regime am Wochenende verkündet, iranischen Wissenschaftlern sei es gelungen, einen eigenen Kernbrennstab zu produzieren und in einem Forschungsreaktor in Teheran einzusetzen. Damit wäre der Iran der Produktion einer eigenen Atomwaffe gefährlich nahe gerückt, die allerdings nicht nur für Israel und die USA, sondern auch für alle Nachbarn des Iran inakzeptabel wäre. Mit ihren jüngsten Raketentests haben die Mullahs im Iran zwar wieder einmal ihre wachsende militärische Stärke demonstriert. Aber diese Stärke impliziert ein Wettrüsten, das sie mit ihrem wirtschaftlich ohnedies schon maroden Land nicht gewinnen werden können.

    ERNST HEINRICH

    Foto

    Foto © Kleine Zeitung Grafik

    Straße von Hormus - Nadelöhr für den ÖltransportFoto © Kleine Zeitung Grafik

    Mehr Iran

    Mehr aus dem Web

      Grafik

      Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

      KLEINE.tv

      Prozessauftakt gegen mutmaßliches ISIS-Mitglied

      Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann die Mitgliedschaft in der radikal ...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Die Grünen: Auftakt in Judendorf-Straßengel 

      Die Grünen: Auftakt in Judendorf-Straßengel

       


      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       

      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!