Neue Zusammenstöße in Teheran
In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es nach Augenzeugenberichten am Sonntag wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Mitarbeiter der britischen Botschaft wurden verhaftet

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In Teheran kam es am Sonntag laut Augenzeugen zu Zusammenstößen zwischen mehreren tausend Demonstranten und der Polizei. Die Polizisten hätten Tränengas eingesetzt, um die Menge der etwa 3.000 Oppositionsanhänger aufzulösen. Diese hätten Widerstand geleistet und gerufen: "Wo ist meine Stimme?"
Die Augenzeugen sagten, einige Demonstranten hätten Arm- und Beinbrüche erlitten. Jüngere Teilnehmer der Protestveranstaltung seien auf die Polizisten losgegangen, nachdem diese eine ältere Frau geschlagen hätten. Zu den Zusammenstößen kam es den Angaben zufolge in der Nähe der Ghoba-Moschee.
Wahlwiederholung. Der iranische Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi hält an seiner Forderung nach einer Wiederholung der Präsidentenwahl fest. Die vom Wächterrat vorgeschlagene Neuauszählung von zehn Prozent der Stimmen lehnte er am Sonntag ab. Moussavis Erklärung wurde auf der Website Ghalamnews veröffentlicht, die von seinen Anhängern betrieben wird. Zugleich forderte er die Einsetzung unabhängiger Schlichter. Der Wächterrat hatte vorgeschlagen, zur Überwachung der Auszählung sechs Politiker zuzulassen.
Auch der ebenfalls unterlegene Präsidentschaftskandidat Mahdi Karroubi lehnt eine teilweise Neuauszählung ab. "Wie könnte die Kontroverse durch die Auszählung einiger Stimmen gelöst werden?" schrieb er in einem Brief an den Wächterrat, den seine Zeitung "Etemad-e-Melli" am Sonntag veröffentlichte.
Unterstützer. Der frühere iranische Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani, ein Gegner von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, forderte eine "faire und sorgfältige" Prüfung der in Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl von 12. Juni eingegangenen Beschwerden. Der als Pragmatiker geltende Politiker beendete damit sein Schweigen seit dem Ende des umstrittenen Urnengangs.
Der Teheran-Korrespondent der britischen Zeitung "Guardian" (Online-Ausgabe) schrieb unter Berufung auf Berichte, wonach der als Pragmatiker geltende Rafsanjani derzeit versuche, die Machtbasis des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei zu unterminieren, der Machtkampf im Iran scheine sich an diesem Wochenende von der Straße in das "Herz des Regimes" verlagert zu haben.













