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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2009 um 16:17 UhrKommentare

Schah-Sohn hofft im Exil auf Einfluss im Iran

Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, lebt heute im US-Exil. Nun träumt er davon, bei einem demokratischen Neubeginn im Iran mitzumischen.

Reza Pahlavi kämpte während der Pressekonferenz mit Tränen.

Foto © APReza Pahlavi kämpte während der Pressekonferenz mit Tränen.

Der Pfauenthron ist der Inbegriff kaiserlicher Prachtentfaltung, über Jahrhunderte symbolisierte das mit Gold und Edelsteinen reich verzierte Sitzmöbel den Herrschaftsanspruch der Schahs von Persien. Der Pfauenthron steht heute in einem Museum in Teheran, und der Mann, der sich als sein rechtmäßiger Erbe versteht, muss mit schlichteren Sitzgelegenheiten vorlieb nehmen. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs und früherer Kronprinz, lebt im US-Exil. In den Protesten im Iran sieht er seine Chance gekommen, er träumt von einer Rolle bei einem demokratischen Neubeginn.

Tränen in den Augen. Seinen Anspruch auf den Thron hat der Kaisersohn nie aufgegeben. Pahlavi führt einen sehr persönlichen, emotionalen Kampf gegen die derzeitigen Machthaber im Iran: Als er am Montag bei einer Pressekonferenz in Washington von den getöteten Demonstranten spricht, schießen ihm Tränen in die Augen, er schluchzt. Es sei ein "Schrei nach Freiheit und Demokratie", was derzeit auf Teherans Straßen ertöne.

Volkszorn. In dem Volkszorn sehen Pahlavi und eine kleine Gruppe monarchistischer Mitstreiter Parallelen zu jenen Massenkundgebungen, die 1979 zum Sturz seines eigenen Vaters führten. "Die fanatischen Tyrannen wissen, dass die Zukunft gegen sie gerichtet ist", sagt Pahlavi. Seine Mission sieht er darin, die Herrschaft der Mullahs durch eine parlamentarische Demokratie abzulösen.

Kaiser ohne LAnd. Wäre sein Vater nicht in der Islamischen Revolution vom Pfauenthron vertrieben worden, dann wäre der heute 48 Jahre alte Pahlavi wohl der unumschränkte Herrscher eines zweitausendjährigen Reiches. Doch die Monarchie im Iran ist gestürzt, der gelernte Kampfpilot lebt als Kaiser ohne Land in einem Vorort von Washington. Sein Vater starb 1980 auf der Flucht, seine Mutter Farah Diba lebt in Paris, seine Schwester Leila kam 2001 durch eine Überdosis Drogen ums Leben.

Gewaltherrscher. Pahlavis Mission ist heikel. Er weiß um das schmerzhafte Vermächtnis seines Vaters. Der letzte Schah war ein von den USA alimentierter Gewaltherrscher, seine Flucht wurde im Iran weithin als Tyrannensturz gefeiert. Mit der klaren Forderung nach einer Rückkehr zur Monarchie würde der Schah-Sohn die Erinnerung an den unpopulären Vater aufleben lassen, also verlangt er lediglich, dass das Volk über eine neue Regierungsform abstimmen müsse. Sollte das Volk ihn rufen, daran lässt er keinen Zweifel, stünde er bereit.

Aufmerksamkeit. Obwohl er sich nach dem Tod seines Vaters 1980 selbst zum Schahinschah, zum "König der Könige", ausriefen ließ, führt Pahlavi seinen Kampf weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Die Unruhen im Iran verschaffen ihm endlich die gewünschte Aufmerksamkeit. Vor den Hauptstadt-Journalisten in Washington wetterte Pahlavi am Montag gegen die "Tyrannen und ihre Schergen" auf den Straßen von Teheran, er warnte vor einem "nuklearen Holocaust", sollten sich die konservativen Kleriker durchsetzen.

Monarchisten. Pahlavi glaubt, dass die Tage der Islamischen Republik im Iran gezählt sind und viele Iraner seine Ideen für die Zukunft teilen. Wie groß seine Gefolgschaft tatsächlich ist, lässt sich kaum ermitteln. Monarchistische Parteien sind im Iran streng verboten, der Ruf nach einer Rückkehr der Pahlavi-Dynastie ist bei den Protesten der vergangenen Tage im Iran jedenfalls nicht vernehmbar laut geworden. Viel deutet darauf hin, dass der Pfauenthron weiter im Museum bleiben wird.


Foto

Foto © AP

Bild vergrößernBild aus besseren Tage: Die Familie des letzten Schah.Foto © AP

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Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

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