Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 29. August 2014 03:26 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Home » Politik » Iran
    Iran schoss israelische Drohne über Atomanlage ab Irak-Gespräche zwischen USA und Iran in Wien Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Iran Nächster Artikel Iran schoss israelische Drohne über Atomanlage ab Irak-Gespräche zwischen USA und Iran in Wien
    Zuletzt aktualisiert: 12.06.2009 um 14:42 UhrKommentare

    Iran-Wahl - Keine SMS am Tag der Entscheidung

    Vor allem Herausforderer Moussavi nutzte Internet und Handy für die Mobilisierung der Jugend

    Internet und SMS-Dienste sind im Iran die wichtigsten Wahlwerkzeuge.

    Foto © APInternet und SMS-Dienste sind im Iran die wichtigsten Wahlwerkzeuge.

    Am Wahltag ging im Iran nichts mehr per SMS. Der Handy-Textdienst, neben dem Internet das wichtigste Kommunikationsmittel vor allem junger Anhänger des Reformkandidaten Mir-Hossein Moussavi, funktionierte am Freitag nicht. Moussavi warf der staatseigenen Telekommunikationsgesellschaft vor, rechtswidrig den Dienst zu blockieren. "Wir sollten uns nicht vor dem freien Austausch von Informationen fürchten", mahnte er nach der Stimmabgabe auf seiner Webseite.

    Ausfall. Ein Sprecher des Fernmeldeministeriums bestätigte einen Ausfall des Kurznachrichtendiensts bereits seit Mittwochabend. "Wir gehen der Sache nach", erklärte er ohne nähere Erläuterung.

    Werkzeug Internet. Internet und Mobilfunk sind in diesem Wahlkampf wie nie zuvor zum Werkzeug geworden, das vor allem Moussavis Mannschaft nutzt. Es verwandelte den 67-Jährigen, der in den 80er Jahren einmal Ministerpräsident war und danach in der Versenkung verschwand, zum Polit-Star mit Siegeschancen gegen Präsident Mahmoud Ahmadinejad.

    Videos und Blogs. "Moussavi war 20 Jahre lang nicht in den Medien und hatte kein öffentliches Amt", erklärt Said Shariati, der seinen Internet-Wahlkampf leitete. "Wir mussten ihn der jungen Generation erst präsentieren." Dazu stellten sie Videos und Blogs sowie eine Biografie Moussavis vor und nach der Islamischen Revolution 1979 ins Netz, alles unterlegt in Grün - der Farbe des Propheten und Erkennungsfarbe des Kandidaten. Moussavis "grüne Bewegung" bedient sich gängiger Plattformen wie Facebook, Flickr oder Twitter.

    110 Millionen SMS. Die Zahl der SMS-Botschaften ist nach Angaben des Netzbetreibers seit Beginn des Wahlkampfs vor drei Wochen auf 110 Millionen am Tag gestiegen - das ist doppelt so viel wie vor der letzten Wahl 2005. Alle vier Kandidaten benutzten den Textdienst, doch Moussavis Mannschaft am intensivsten, erklärt der Teheraner Kommunikationswissenschaftler Wahid Aghili. "Es ist populär bei den jungen Leuten, an die er sich wendet. Das gleiche gilt für Blogs und Webseiten." Die Reaktion überrascht selbst den Web-Kampagnen-Chef Shariati: "Wir hätten uns nicht vorstellen können, dass das so erfolgreich wird."

    Medienschlacht. Der Erfolg der Kampagne spiegelt den "islamischen Baby-Boom" wider: Die Millionen junger Leute, die nach der Revolution 1979 geboren wurden, machen rund ein Drittel der 46 Millionen Stimmberechtigten aus. Der Wahlkampf läutete aber auch eine neue Runde der Medienschlacht mit den Regierenden ein. Die herrschenden Mullahs können reformorientierte Zeitungen leicht zum Schweigen bringen, doch mit dem Internet tun sie sich schwer. Hacker finden rasch Wege, blockierte Adressen zu umgehen.

    Einflussreich. Blogs und soziale Netzwerke haben so viel Einfluss gewonnen, das dass Establishment hart zurückschlägt. Um Moussavi auszubremsen, wurde vorigen Monat Facebook vorübergehend gesperrt. Mehrere bekannte Blogger wurden trotz internationaler Proteste gegen die Beschneidung der Pressefreiheit festgenommen. Zwar bekam die Moussavi-freundliche Zeitung "Kalemeh Sabs" (Grünes Wort) noch rechtzeitig zum Wahlkampf eine Lizenz, doch "Jas-e-No" (Neuer Jasmin), eines der führenden reformorientierten Blätter, wurde Anfang der Woche geschlossen. Am Donnerstag wurde eine Webseite mit Moussavi-Videos gesperrt.

    Rückhalt. Im Vergleich zur Internet-Kampagne des Herausforderers wirkte Ahmadinejads Wahlkampf altbacken. Er nutzte zwar auch das Netz, verließ sich aber weitgehend auf die ausführliche Berichterstattung im staatlichen Fernsehen, im Radio und in regierungsfrommen Zeitungen. Zudem hat der Amtsinhaber Rückhalt in den meisten Moscheen, wo die Vorbeter sein Loblied singen. Denn das könnte sich letztlich immer noch als die erfolgreichere Kombination erweisen.


    Mehr Iran

    Mehr aus dem Web

      Grafik

      Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

      KLEINE.tv

      Podiumsdiskussion um Kleinfragant

      Eine hitzige Diskussion gab es Mittwochabend in Flattach über das stritt...Bewertet mit 5 Sternen

       

      Politik im Bild

      Podiumsdiskussion zum Fragant-Projekt in Flattach 

      Podiumsdiskussion zum Fragant-Projekt in Flattach

       


      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       

      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!