Nach Haiders Unfalltod kaum noch Bewegung in Kärnten
Orange Nachfolger als Nachlassverwalter. Oppositionelle SPÖ in erster Linie mit sich selbst beschäftigt.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun
Knapp ein Jahr ist es her, dass Jörg Haider mit seinem VW Phaeton in Lambichl bei Klagenfurt tödlich verunglückt ist. Seither hat sich in Kärnten zwar vieles verändert, Bewegung gibt es aber kaum. Die Nachfolger Haiders, Gerhard Dörfler als Regierungschef und Uwe Scheuch als Parteiobmann, verwalten in erster Linie den Nachlass Haiders. Eigene Impulse sind bisher kaum wahrnehmbar. Und die SPÖ ist nach der Wahlniederlage bei der Landtagswahl im März hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt und scheint kaum Zeit für Oppositionspolitik zu haben.
Nachfolger
Dörfler musste nach dem Unfalltod Haiders am 11. Oktober 2008 als Regierungschef einspringen, bei der Landtagswahl überraschte er Freund und Gegner mit einem fulminanten Wahlsieg, 45 Prozent hatte Haider selbst zu Lebzeiten nie erreicht. Die Orangen haben seither in der Landesregierung eine absolute Mehrheit, im Landtag ging sich selbige gerade nicht aus. Dörfler und Scheuch holten ÖVP-Obmann Josef Martinz ins Boot, indem sie ihn mit Kompetenzen geradezu überschütteten.
Dörfler fiel als Regierungschef anfangs mit Ausrutschern auf, etwa durch das Erzählen von politisch unkorrekten Witzen. Inzwischen lässt er das Witzereißen offenbar sein, sorgte dafür aber mit einer Wahlempfehlung für Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl für Aufregung. Dieser sei ihm lieber als Heinz-Christian Strache, ließ er wissen.
Der Landeshauptmann legt sein Amt jedenfalls wesentlich weniger dominant an als Haider. Dieser wilderte in allen politischen Ressorts und ließ kein Thema aus. Dörfler beschränkt sich auf seine Ressorts Straßenbau und Kindergarten, wodurch die Regierung zeitweise ein wenig führungslos wirkt. Die Koalition zwischen Orange und Schwarz wurde denn auch in erster Linie zwischen Scheuch und Martinz ausgeschnapst. Scheuch ist es auch, der in der Partei die Fäden zieht, gemeinsam mit seinem Bruder Kurt als Klubobmann.











