BZÖ: Petzner ist doch umstritten
Die Position des designierten Bundesobmannes gerät ins Wanken. Kärntens Uwe Scheuch lässt offen, ob Stefan Petzner diese Position überhaupt anstrebt.

Foto © APAStefan Petzner und Uwe Scheuch
Mit der Wahl von Josef Bucher zum Klubobmann im Nationalrat ist ein wesentlicher Teil der BZÖ-Spitze vom ursprünglichen Kurs abgewichen. Unter dem Schock des Todes von Jörg Haider hatte der Parteivorstand schon am Tag nach der Tragödie Stefan Petzner einstimmig zum Bündnisobmann designiert. Das hatte für diesen auch eine starke Stellung im Nationalratsklub signalisiert. Dass Petzner jetzt einer von fünf Stellvertretern Buchers ist, steht deutlich im Widerspruch zu den ursprünglichen Absichten. Dabei spielt es keine Rolle, dass Petzner selber Bucher vorgeschlagen hatte. Eine andere Alternative hatte sich nicht angeboten, weil vereinbart war, dass diese Position mit einem Kärntner besetzt wird.
Lippenbekenntnis.
Die BZÖ-Granden geben sich nach außen bedeckt, im Inneren brodelt es umso heftiger. Die Bekenntnisse zu Petzner - etwa durch den steirischen Obmann Gerald Grosz oder durch andere - bekommen zunehmend den Charakter von Lippenbekenntnissen.
Offene Hintertür.
Uwe-Scheuch, neuer Kärntner Parteichef und damit einer der wirklich starken Männer, stellt sich zwar auch hinter Petzner, weist aber indirekt auf eine weit geöffnete Hintertür hin. Alles hänge davon ab, ob Petzner antritt, so Scheuch. Auch ein anderer Ausspruch Scheuchs gegenüber der Kleinen Zeitung macht hellhörig: "Wenn er antritt hat ihn der Parteitag zu wählen".
Offene Fragen.
Damit lässt Scheuch bewusst zwei Fragen offen. Erstens, was
die einstimmige Designierung durch den BZÖ-Vorstand - an welcher er selber gar nicht teilgenommen hatte - eigentlich wert ist. Und zweitens, welche Motive es für Petzner geben könnte, trotz des einstimmigen Votums der wichtigsten Parteigranden auf die Kandidatur als Bundesobmann zu verzichten.
Personalentscheidungen.
Die wichtigsten Personalentscheidungen im BZÖ sind im Moment jene in Kärnten, weil in wenigen Monaten die Landtagswahl stattfindet. Nach der Wahl Gerhard Dörflers zum Landeshauptmann steht die Installation von Uwe Scheuch als BZÖ-Landesobmann bevor.
Kärntner Prioritäten.
Die interimistisch von Petzner geführte Bundespartei dürfte sich beim Prozess der Kür eines Österreich-Chefs nicht ungern den Kärntner Prioritäten unterordnen. Zudem würde sie Zeit gewinnen, weil im Grunde auch keine unmittelbare Hektik angebracht ist. Diese Zeit braucht sie dringend für so schwierige Positionierungen wie jene Ewald Stadlers, Herbert Scheibners und Peter Westenthalers.
Features
Termine für das BZÖ
Kärnten. Durch den Tod Jörg Haiders muss die Partei für die Landtagswahl im März 2009 aufgestellt werden. Ein Parteitag muss möglichst rasch den BZÖ-Obmann und einen Spitzenkandidaten wählen.
Bund. Auf Österreich-Ebene ist das BZÖ durch die Bestellung Stefan Petzners zum geschäftsführenden Obmann zunächst handlungsfähig. Endgültig ist der Parteichef dann durch einen Parteitag zu küren.











