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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2008 um 01:06 Uhr

Ein frostiger Tag trotz Sonne

Die prominenten Gäste trafen sich zum endgültigen Abschied im Konzerthaus. Der Freund Jörg Haider stand hier vor allem im Mittelpunkt.

Viele Prominente erwiesen Jörg Haider die letzte Ehre

Foto © APA Viele Prominente erwiesen Jörg Haider die letzte Ehre

Die heiße kräftige Rindfleischssuppe, die den geladenen Trauergästen im Konzerthaus als Vorspeise gereicht wurde, tat allen richtig gut.

"Frostiger Tag". Das Blut fing wieder an in den Händen und Füßen zu pulsieren, Wärme strömte durch den Körper. "Es ist ein frostiger Tag", meinte vieldeutig Landesamtsdirektir Reinhard Sladko. "Denn selbst wenn die Sonne schien, war es einem durch und durch kalt" - ein Gefühl, das viele der prominenten Gäste vom Landhaushof in der Früh bis zum Konzerthaus am Nachmittag mit Unternehmer Erich Falkensteiner teilten.

Fülle an Prominenz. Gerade im Landhaushof am Vormittag konnte auch die Fülle der politischen und wirtschaftlichen Prominenz von Bundespräsident Heinz Fischer über Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Werner Faymann, Wilhelm Molterer, Heinz Christian Strache und Martin Bartenstein sowie der gesamten Landtag und die Stadtregierung Klagenfurts die Temperaturen nicht erwärmen.

"Kein Moment ohne Würde". Selbst Protokollchefin Christine Kogler, spürte die Kälte in allen Gliedern. Dabei hatte die Organisatorin der Abschiedsfeierlichkeiten für Landeshauptmann Jörg Haider, keine einzige ruhige Minute. Ständig läutete ihr Handy. Selbst wegen Kleinigkeit wurde sie angerufen und musste den Mitarbeitern die Sicherheit der richtigen Entscheidung geben. Der letzte "Event" des Landeshauptmanns sollte in keinem Moment an Würde verlieren. Zeit zu trauern hatte sie selbst noch nicht. "Ich hoffe, ich finden sie in den nächsten Tagen", wünschte sich die Protokollchefin und nahm den nächsten Anruf entgegen.

Diashow.Im festlich und würdevoll mittiefroten Rosen geschmückten Konzertsaal, hatte sich nach der offiziellen Abschiedsfeier die Familie mit Ehefrau Claudia, den Töchtern Ulrike und Cornelia, Schwiegersöhnen sowie Schwester Ursula Haubner, Freunde und viele, viele Wegbegleiter eingefunden. Gedämpftes Licht, runde Tische, leise Musik. Auf der großen Leinwand lief stumm eine Diashow mit Bildern aus dem Leben des tödlich Verunglückten. Jörg Haider beim Bergwandern, Fußball, mit der Familie oder den großen Stars, die den Eventsommer bereicherten. Ein Lebenskaleidoskop, das unweigerlich intensive Erinnerungen an den tödlich Verunglückten wachrief.

Mut zugesprochen. "Man muss sich mit dem Leben beschäftigen, um mit dem Tod fertig zu werden. Sonst hält man das alles gar nicht aus." So lauteten die starken Worte von Claudia Haider, die so den vielen mitfühlenden und trauernden Freunden wie zum Beispiel Dieter Böhmdorfer und Gerhard Dörfler Mut zusprach, auch um sich selbst noch mehr zu stärken.

Klammer überzeugt. "Wir hätten noch viele Feste gemeinsam feiern können" und damit meinte Kärntens Aushängeschild Franz Klammer nicht nur das gemütliche Beisammensein auf der Hütten bevor die Musi in Bad Kleinkirchheim spielte. Der "Kaiser" zeigte sich, wie so viele unter den prominenten Besuchern überzeugt, dass mit einem Landeshauptmann Jörg Haider weitere Projekte für Kärnten in die Wirklichkeit hätten umgesetzt werden können.

"Aufegmischt". "Er hat einfach das Geflecht aufgemischt, eine gewisse Unruhe hereingebracht und Verkrustungen aufgebrochen. Es geht nicht darum, ob alles richtig war, sondern: Er hat andere angestoßen über Entwicklungen und Veränderungen nachzudenken", resümierte Herbert Kulterer, Holzunternehmer und guter Freund der Familie Haider. Damit sprach er seinen Unternehmerkollegen und Funktionären wie Tourismusmanager Othmar Michaeler, Mahle-Chef Franz Mlinar, Wirtschaftskammerboss Christoph Leitl, WK-Präsident Kärnten Franz Pacher, IV-Chef Otmar Petschnig, Ex-Billa-Boss Veit Schalle, Hotelmacher Robert Rogner, und Holzunternehmer Johann Tilly aus dem Herzen.

"Wie ein Familienmitglied".Aber an so einem Tag steht in erster Linie der Verlust des Menschen im Mittelpunkt, und vor allem die Erinnerungen, wie viele schöne Stunden wir gemeinsam verbracht haben", ergänzte Ehefrau Krista Kulterer. "Er war ja so nah wie ein Familienmitglied, mit dem man eng verbunden war", empfand Casinomanager Hannes Anton und Gerhard Dörfler, Landeshauptmann-Nachfolger ergänzte: "Jörg ist einer, der nie alt geworden wäre. Auch mit 70 wäre er jung geblieben, hätte Impulse und Kraft gespendet". Eine Einschätzung, die nicht mehr zur Wahrheit werden kann.




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Jörg Haider

Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Mit 20 Jahren stieg er in die Politik ein, 1976 übersie-delte er nach Kärnten. 1989 gelang ihm der Aufstieg zum Landeshauptmann von Kärnten. Nach Querelen mit der FPÖ gründete er 2005 das BZÖ. Bei einem Autounfall am 11. Oktober 2008 verunglückte er tödlich. Haider hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

 


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