Haider raste alkoholisiert in den Tod
Laut Obduktionsbericht hatte Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt 1,8 Promille Alkohol im Blut. Bericht der Gerichtsmedizin bleibt auf Wunsch der Familie unter Verschluss.

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Seit Dienstagabend gab es hartnäckige Gerüchte. Seit Mittwoch14 Uhr ist es bestätigt. "Es ist richtig, dass Landeshauptmann Jörg Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war. Ich kann und muss das bestätigen", erklärte der Pressesprecher Haiders und nunmehrige BZÖ-Bundesobmann Stefan Petzner. Der in den Labors des Gerichtsmedizinischen Institutes in Graz ausgewertete Alkoholisierungsgrad lag bei 1,8 Promille. "Das stimmt", so Petzner. Eine Stellungnahme der Behörden und der Familie werde es nicht mehr geben, betont Petzner. Haider habe gerne Feste gefeiert.
"Höchsten Preis bezahlt".
Bei dem Unfall sei niemand verletzt worden, "sondern Jörg Haider selbst hat den höchsten Preis gezahlt, den man zahlen kann, nämlich sein Leben". Am Dienstag übermittelte das Gerichtsmedizinische Institut den Obduktionsbericht an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Dort wurden die Ermittlungen von der ersten Stunde an vom leitenden Staatsanwalt Gottfried Kranz mit größter Akribie geführt. Gestern gab es von der Anklagebehörde keinerlei Stellungnahme. Auch im Justizministerium in Wien gab man sich auf Anfrage der Kleinen Zeitung sehr verschlossen. Pressesprecher Thomas Geiblinger: "Nach ausdrücklichen Wunsch der Familie wird es keine Veröffentlichung des Obduktionsberichtes geben."
Keine Veröffentlichung.
Im Vorfeld hatte die Justiz immer wieder angedeutet, alles unternehmen zu wollen, um die Öffentlichkeit über den Unfallhergang lückenlos zu informieren. Nachdem Haider als Alleinbeteiligter den Unfall ausgelöst hatte, wird die Unfallakte von Polizei und Staatsanwaltschaft wohl endgültig geschlossen. Nicht abgeschlossen ist der Fall für das Land Kärnten als Halter des Unfallwagens. Im Falle von alkoholbedingten Unfällen bei beschädigten Dienstautos wird Regress eingefordert. Ob dies auch bei Jörg Haider der Fall sein wird, will Landesamtsdirektor Reinhard Sladko noch nicht beurteilen, da es offiziell noch keine amtlichen Feststellungen gäbe. "Wenn amtlich festgestellt ist, dass Haider zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert war, wird das Land regressieren." Der VW Phaeton, dessen Tacho nach den todbringenden Überschlägen bei 142 Stundenkilometern stehen geblieben ist, hat einen Neupreis zwischen 73.425 und 95.585 Euro - je nach Ausstattung.
Hilfe abgelehnt.
Letzte Station Jörg Haiders vor der Todesfahrt auf der Rosentalstraße war ein Szene-Lokal in der Klagenfurter Innenstadt. Dort stieß er mit einer Geburtstagsrunde an. Gäste beobachteten, wie ein Mann dem offensichtlich nicht mehr nüchternen Landeshauptmann anbot, ihn in dessen Klagenfurter Wohnung zu fahren. Der Gast holte sein Auto. Als er beim Lokal vorfuhr und Haider eingestiegen sollte, lehnte dieser dankend ab. Er fahre schon selbst - mit dem eigenen Wagen.
Hintergrund
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Der Abtransport des UnglücksautosFoto © Weichselbraun











