"Der Wagen verschwand in Staubwolke"
Rund 200 Meter lang sind Schleuder- und Überschlagspuren auf der Rosentaler Straße in Klagenfurt, wo Landeshauptmann Jörg Haider in der Nacht auf Samstag starb. Für den tragischen Unfall gibt es kaum Zeugen.

Foto © APADas Wrack des VW Phaeton wurde beschlagnahmt
Die Rosentaler Straße in Klagenfurt am Samstag kurz nach ein Uhr früh. Landeshauptmann Jörg Haider (58) ist mit seinem Dienstwagen - einem schwarzen VW Phaeton - Richtung Lambichl unterwegs. Er will nach Hause ins Bärental. Der Verkehr ist mäßig, Richtung Stadtgrenze behindert Nebel die Sicht. Haider fährt auf dem zweiten Fahrstreifen, vorbei am Auto einer 37-jährigen Klagenfurterin. Dann reiht sich der Politiker wieder auf den ersten Fahrstreifen ein. Dabei geschieht das Unfassbare.
Ein Rad der allradgetriebenen Limousine gerät rechts über den Asphaltrand auf das Grasbankett. Jörg Haider versucht zu korrigieren. Der Wagen kommt auf die grasbewachsene Böschung, dreht sich 360 Grad um die eigene Achse, wird zum unlenkbaren Geschoss. Mit der Fahrerseite "rasiert" das Auto einen Betonpfeiler, Thujen und Gartenzaun eines Einfamilienhauses, einen Hydranten, überschlägt sich und bleibt schließlich nach 36 Metern total zertrümmert auf den Rädern im rechten Winkel zur Fahrbahn stehen.
"Das Auto ist plötzlich in einer gewaltigen Staubwolke verschwunden", schildert später die Klagenfurterin völlig geschockt am Unfallort. Sie ist die Erste, die ihren Wagen hinter dem Wrack des Landeshauptmann-Autos stoppt. Und den Polizeinotruf wählt - noch ohne zu wissen, wer das Unfallopfer ist. Zwei Polizisten der Verkehrsinspektion beim Klagenfurter Stadtpolizeikommando fahren mit Blaulicht und Folgetonhorn zur Unfallstelle und schlagen beim Roten Kreuz Alarm. Als die Polizisten ins Wageninnere schauten, mussten sie tief betroffen feststellen: Beim Schwerstverletzten handelt es sich um Landeshauptmann Jörg Haider.
Der Notarztwagen und ein Rettungswagen erreichen nach knapp acht Minuten Lambichl. Die Notärztin und die Notfallsanitäter beginnen sofort mit der Erstversorgung des Politikers. Es gelingt den Helfern, Jörg Haider so weit zu stabilisieren, dass er transportfähig wird. In rasender Fahrt geht es ins LKH Klagenfurt.
In der Notaufnahme ist bereits alles für die weitere Behandlung vorbereitet. Dann der Schock: "Wir konnten dem Landehauptmann nicht mehr helfen. Seine Kopf-, Brust- und Armverletzungen waren einfach zu schwer", schildert der medizinische Direktor des Krankenhauses, Thomas Koperna. Jörg Haider war bereits tot im Krankenhaus angekommen.
Noch in der Nacht nimmt der Leiter des Staatsanwaltschaft, Gottfried Kranz, mit Journal-Staatsanwalt Bernhard Kaplaner die Ermittlungen rund um den verheerenden Unfall auf. Es wird eine gerichtsmedizinische Obduktion der Leiche Jörg Haiders angeordnet, der Tote ins Gerichtsmedizinische Institut nach Graz überstellt.











