Haiders Spuren in der Steiermark
Jörg Haider und die steirische Politik, das ist eine lange und intensive Geschichte. Bereits 1986, wenige Wochen nach seiner Wahl zum Bundesparteiobmann, gestaltete er die steirische Landespolitik mit.

Foto © APJörg Haider gestaltete auch die steirische Landespolitik mit
Unlösbare Konflikte. Haider war in den folgenden Jahren unermüdlich in allen Bundesländern unterwegs, seine Landesorganisationen legten bei jeder Wahl zu. Aus dieser Zeit kommt der böse Spruch "bei der FPÖ könnte sogar ein Orang Utan kandidieren und sie gewinnt trotzdem". Dennoch war Haider vehement damit beschäftigt, die Landesorganisationen auf gesunde Beine zu stellen. Die Konflikte in der steirischen Partei waren unlösbar, in dieser ausweglosen Situation zauberte Haider einen politisch bis dahin völlig unbekannten Quereinsteiger aus dem Hut - den Architekten Michael Schmid. Diesem gelang 1991 mit Haider als omnipräsente Wahlkampflokomotive (er war kurz zuvor in Kärnten als Landeshauptmann abgewählt worden und quasi arbeitslos) ein fulminanter Wahlerfolg - von 4,6 auf 15,4 Prozent.
Notsituation. Nicht nur weil die FP-Stimmengewinne damals großteils zu Lasten der ÖVP gingen, suchte Landeshauptmann Josef Krainer immer wieder den Kontakt zu Haider. Krainer schwebte damals bereits das vor, was erst unter Wolfgang Schüssel in einer Notsituation umgesetzt wurde: eine bürgerlich dominierte Mitte-Rechts-Regierung. Derartige Konstellationen wurden in kleinstem Kreis besprochen - etwa in einer Hütte auf der Pack mit vier Teilnehmern: Haider, Krainer, Schmid und Krainers politischer Ziehsohn Gerhard Hirschmann.
Persönliche Beziehungen. Diese guten persönlichen Beziehungen mit bundespolitischer Perspektive prägten die nächsten Jahre. Und waren - bei allen sonstigen politischen Konfrontationen - einer der wichtigsten Gründe für die Wahl von Waltraud Klasnic zur Landeshauptfrau. 1995 wurde die Landtagswahl von der steirischen VP mutwillig vorverlegt und mit der Nationalratswahl zusammengelegt. Mit dem bekannten Ergebnis: Die ÖVP verlor die Wahl dramatisch, blieb stimmenmäßig aber knapp vor der SPÖ, Krainer trat noch am Wahlabend zurück.
Ausgrenzung der FPÖ. Schmid war der große Sieger. Um 50 Jahre schwarzer Herrschaft zu beenden, wäre Schmid damals bereit gewesen, SPÖ-Chef Peter Schachner-Blazizek zum Landeshauptmann zu wählen. Dieser beugte sich jedoch dem Diktat aus Wien - SPÖ-Bundesobmann Franz Vranitzky hatte die Ausgrenzung der FPÖ zum Prinzip erhoben. Später bezeichnete Schachner dieses Nachgeben als "den größten Fehler meiner politischen Laufbahn". Dass die FPÖ schließlich Waltraud Klasnic zur Landeshauptfrau wählte, war auch dem Wirken Krainers und Haiders im Hintergrund zu verdanken: Schmid hätte Klasnic von sich aus niemals gewählt. Dass diese Regierung bis 2000 funktionierte, war mehr auf die guten Kontakte zwischen Schmid, Hirschmann und immer wieder Haider zurückzuführen.












