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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 um 14:31 Uhr

Kärntner Slowenenorganisationen: "Tragischer Tod"

Große Bestürzung herrscht auch bei den Kärntner Slowenenorganisationen. Zahlreiche Vertreter nahmen zum tragischen Unfall Stellung.

Erschütterung über den plötzlichen Tod des Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) hat am Samstag auch bei den Kärntner Slowenenorganisationen geherrscht. Seitens des Zentralverbandes, des Rates, der Gemeinschaft und der Einheitsliste/Enotna lista (EL) wurde der "tragische Tod" des Politikers bedauert.

"Soziale Ader geschätzt". "Die Situation ist dramatisch, ich bin zutiefst betroffen und schockiert", sagte Vladimir Smrtnik, Obmann der EL, der politischen Vertretung der Kärntner Slowenen. Er habe den Landeshauptmann auch persönlich gut gekannt. "Ich habe seine soziale Ader geschätzt, bei Volksgruppenfragen hat er aber eine polarisierende Stellung eingenommen", sagte Smrtnik. Wie sich das Ableben Haiders nun auf die Kärntner Situation auswirken werde, könne er noch nicht sagen. "Jetzt muss man die menschliche Ebene vor die politische stellen", meinte Smrtnik.

Engagement. "Er war eine kontroversielle Person und eine große politische Persönlichkeit", meinte der Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen in Kärnten, Marjan Sturm, gegenüber der APA. Obwohl er in Volksgruppenfragen "viele Sträuße" mit Haider ausgefochten habe, würdigte er sein Engagement.

Anteilnahme. "Wir hatten Auffassungsunterschiede in der Ortstafelfrage, aber in diesem Moment ist das nicht entscheidend, da gehört unsere Anteilnahme der Familie", sagte der Chef der Kärntner Slowenen-Organisation SKS (Gemeinschaft der Kärntner Slowenen) Bernard Sadovnik. Er vertrete weiterhin der Auffassung, dass in Fragen der Minderheit "mit allen" Gespräche geführt werden müssten.

Vouk. "Jeder plötzliche Tod ist tragisch", meinte der im Kärntner Ortstafelstreit bekanntgewordenen Rechtsanwalt Rudi Vouk und drückte den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Bei aller Tragik ändere sich aber nichts an seiner politischen Einschätzung Haider gegenüber. "Es wäre mir lieber gewesen, Haider politisch in Pension zu schicken."

"Epoche beendet". "Ich glaube, dass durch seinen Tod eine politische Epoche zu Ende gegangen ist, in der die Volksgruppe nicht besonders freundlich behandelt worden ist", sagte der Obmann des Rates der Kärntner Slowenen, Matthäus Grilc. Nun müsse eine politische Umorientierung in Kärnten möglich sein.

Verständnis. Betroffenheit herrschte auch bei dem um Konsens in der Ortstafelfrage bemühten Kärntner Heimatdienst (KHD). Trotz unterschiedlicher Ansichten habe Haider Verständnis für den Weg der Verständigung der Kärntner Konsensgruppe gezeigt, erklärte Obmann Josef Feldner in einer Aussendung.




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Jörg Haider

Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Mit 20 Jahren stieg er in die Politik ein, 1976 übersie-delte er nach Kärnten. 1989 gelang ihm der Aufstieg zum Landeshauptmann von Kärnten. Nach Querelen mit der FPÖ gründete er 2005 das BZÖ. Bei einem Autounfall am 11. Oktober 2008 verunglückte er tödlich. Haider hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

 


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