Kärntner Slowenenorganisationen: "Tragischer Tod"
Große Bestürzung herrscht auch bei den Kärntner Slowenenorganisationen. Zahlreiche Vertreter nahmen zum tragischen Unfall Stellung.
Erschütterung über den plötzlichen Tod des
Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) hat am Samstag auch bei den
Kärntner Slowenenorganisationen geherrscht. Seitens des
Zentralverbandes, des Rates, der Gemeinschaft und der
Einheitsliste/Enotna lista (EL) wurde der "tragische Tod" des
Politikers bedauert.
"Soziale Ader geschätzt". "Die Situation ist dramatisch, ich bin zutiefst betroffen und
schockiert", sagte Vladimir Smrtnik, Obmann der EL, der politischen
Vertretung der Kärntner Slowenen. Er habe den Landeshauptmann auch
persönlich gut gekannt. "Ich habe seine soziale Ader geschätzt, bei
Volksgruppenfragen hat er aber eine polarisierende Stellung
eingenommen", sagte Smrtnik. Wie sich das Ableben Haiders nun auf die
Kärntner Situation auswirken werde, könne er noch nicht sagen. "Jetzt
muss man die menschliche Ebene vor die politische stellen", meinte
Smrtnik.
Engagement. "Er war eine kontroversielle Person und eine große politische
Persönlichkeit", meinte der Obmann des Zentralverbandes slowenischer
Organisationen in Kärnten, Marjan Sturm, gegenüber der APA. Obwohl er
in Volksgruppenfragen "viele Sträuße" mit Haider ausgefochten habe,
würdigte er sein Engagement.
Anteilnahme. "Wir hatten Auffassungsunterschiede in der Ortstafelfrage, aber in
diesem Moment ist das nicht entscheidend, da gehört unsere
Anteilnahme der Familie", sagte der Chef der Kärntner
Slowenen-Organisation SKS (Gemeinschaft der Kärntner Slowenen)
Bernard Sadovnik. Er vertrete weiterhin der Auffassung, dass in
Fragen der Minderheit "mit allen" Gespräche geführt werden müssten.
Vouk. "Jeder plötzliche Tod ist tragisch", meinte der im Kärntner
Ortstafelstreit bekanntgewordenen Rechtsanwalt Rudi Vouk und drückte
den Hinterbliebenen sein Beileid aus. Bei aller Tragik ändere sich
aber nichts an seiner politischen Einschätzung Haider gegenüber. "Es
wäre mir lieber gewesen, Haider politisch in Pension zu schicken."
"Epoche beendet". "Ich glaube, dass durch seinen Tod eine politische Epoche zu Ende
gegangen ist, in der die Volksgruppe nicht besonders freundlich
behandelt worden ist", sagte der Obmann des Rates der Kärntner
Slowenen, Matthäus Grilc. Nun müsse eine politische Umorientierung in
Kärnten möglich sein.
Verständnis. Betroffenheit herrschte auch bei dem um Konsens in der
Ortstafelfrage bemühten Kärntner Heimatdienst (KHD). Trotz
unterschiedlicher Ansichten habe Haider Verständnis für den Weg der
Verständigung der Kärntner Konsensgruppe gezeigt, erklärte Obmann
Josef Feldner in einer Aussendung.











