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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 um 17:37 Uhr

Internationale Reaktionen auf den Tod von Jörg Haider

Der plötzliche Tod des Kärntner Landeshauptmannes wird auch international mit Bestürzung aufgenommen.

Sloweniens Premier Janez Jansa hat der Familie des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider in einem Schreiben sein Beileid und die tiefste Anteilnahme ausgesprochen. Das teilte sein Büro am Sonntag in der Hauptstadt Ljubljana (Laibach) mit. Bereits am Samstag hatte der vermutliche künftige slowenische Premier Borut Pahor in einem Schreiben an Haiders Familie seine Anteilnahme anlässlich des Unfalltods des BZÖ-Chefs zum Ausdruck gebracht. Jansas Slowenische Demokratische Partei (SDS) hatten bei den Parlamentswahlen im September eine Niederlage gegen Pahors bisher oppositionelle Sozialdemokraten erlitten.

"Front National". Die rechtsextreme französische "Front National" (FN) von Jean-Marie Le Pen bedauert das "tragische Ableben" des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider und drückt seiner Familie und seinen Freunden sein "aufrichtiges Beileid" aus. Die FN "hofft für das Wohl Österreichs, dass die österreichischen Patrioten, die bei der jüngsten Nationalratwahl einen sehr großen Erfolg gefeiert haben, den effizientesten Weg zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit und ihrer Identität finden werden, nämlich jenen der Einheit", schreibt FN-Vizepräsident Bruno Gollnisch in einer Aussendung.

"Gewisse Kommentare, die das tragische Ableben von Jörg Haider begleiten, sind vollkommen unwahr", schreibt Gollnisch und erinnert an den "inakzeptablen Boykott Österreichs durch die Europäische Union nach der FPÖ-Regierungsbeteiligung. "Die Wahrheit ist, dass diese Regierungsbeteiligung die Konsequenz vollkommen freier, pluralistischer und demokratischer Wahlen war. Keine Haltung oder Erklärung dieser Regierung konnte als Vorwand für eine so brutale und zynische Ablehnung des von den Österreichern geäußerten Volkswillens dienen", liest man in dem Schreiben weiter.

"Es sind die Europäische Union und die Eurokraten von Brüssel, die in dem Fall ihre Missbilligung der Völker ans Tageslicht gebracht haben, so wie sie es gegenüber dem dänischen Volk nach dessen Ablehnung des Maastrichter Vertrags machten und gegenüber dem französischen und niederländischen Volk nach deren Ablehnung der Europäischen Verfassung, und so wie sie es gegenüber dem irischen Volk nach dessen Ablehnung des Vertrags von Lissabon machen wollen", schreibt Gollnisch.

Friaul. Mit großer Bestürzung hat der Präsident der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo, die Nachricht vom Unfalltod von Landeshauptmann Jörg Haider aufgenommen. "Kärnten hat einen optimalen Landeshauptmann und Österreich einen Bezugspolitiker in einer Phase großer Veränderungen für Europa verloren", erklärte der Mitte-Rechts-Politiker am Samstag. "Italiens nordöstliche Regionen verlieren den wichtigsten Ansprechpartner für die Euregio. Ich persönlich habe einen Freund verloren, der mir nahe war, auch und vor allem in den schwierigsten Phasen meiner politischen Karriere", so Tondo.

"Unbestrittene Führungsperson". "Jörg Haider hat eine menschliche Beziehung unabhängig von der Politik und den Funktionen aufgebaut. Diese Eigenschaft hat ihn in seiner Heimat so beliebt gemacht, in der er zwanzig Jahre lang eine unbestrittene Führungsperson war", sagte der friulanische Regionspräsident. "Haider wird uns fehlen. Er war eine Persönlichkeit mit großer Vernunft", betonte der frühere Präsident Friauls und Fraktionschef der Mitte-Rechts-Allianz im Außenpolitischen Ausschuss der italienischen Abgeordnetenkammer, Roberto Antonione. "Er war eine sehr positive Person, mit der ich als Präsident Friauls gut zusammengearbeitet habe", fügte er hinzu.

Venetien. Bestürzt über den Unfalltod hat sich auch der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Giancarlo Galan, gezeigt. "Mit seinem Tod haben wir einen ehrlichen Freund Italiens und des neuen Europa verloren", sagte Galan, der der "Partei der Freiheit" (PDL) von Ministerpräsident Silvio Berlusconi angehört.

Regionaler Zusammenschluss. "Es ist schwierig vorauszusagen, welche Folgen der Tod Jörg Haiders haben wird, der so viel für die Stärkung der Freundschaft zwischen Italien und Österreich getan hat". Galan erinnerte in diesem Zusammenhang insbesondere an Haiders Euregio-Initiativen für einen regionalen Zusammenschluss von Kärnten, Friaul, Veneto, Slowenien und den Adria-Gebieten Kroatiens.




Haider im Internet

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Jörg Haider

Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Mit 20 Jahren stieg er in die Politik ein, 1976 übersie-delte er nach Kärnten. 1989 gelang ihm der Aufstieg zum Landeshauptmann von Kärnten. Nach Querelen mit der FPÖ gründete er 2005 das BZÖ. Bei einem Autounfall am 11. Oktober 2008 verunglückte er tödlich. Haider hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

 


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