Internationale Reaktionen auf den Tod von Jörg Haider
Der plötzliche Tod des Kärntner Landeshauptmannes wird auch international mit Bestürzung aufgenommen.
Sloweniens Premier Janez Jansa hat der Familie des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider in einem Schreiben sein Beileid und die tiefste Anteilnahme ausgesprochen. Das teilte sein Büro am Sonntag in der Hauptstadt Ljubljana (Laibach) mit. Bereits am Samstag hatte der vermutliche künftige slowenische Premier Borut Pahor in einem Schreiben an Haiders Familie seine Anteilnahme anlässlich des Unfalltods des BZÖ-Chefs zum Ausdruck gebracht. Jansas Slowenische Demokratische Partei (SDS) hatten bei den Parlamentswahlen im September eine Niederlage gegen Pahors bisher oppositionelle Sozialdemokraten erlitten.
"Front National".
Die rechtsextreme französische "Front National" (FN) von Jean-Marie Le Pen bedauert das "tragische Ableben" des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider und drückt seiner Familie und seinen Freunden sein "aufrichtiges Beileid" aus. Die FN "hofft für das Wohl Österreichs, dass die österreichischen Patrioten, die bei der jüngsten Nationalratwahl einen sehr großen Erfolg gefeiert haben, den effizientesten Weg zur Verteidigung ihrer Unabhängigkeit und ihrer Identität finden werden, nämlich jenen der Einheit", schreibt FN-Vizepräsident Bruno Gollnisch in einer Aussendung.
"Gewisse Kommentare, die das tragische Ableben von Jörg Haider begleiten, sind vollkommen unwahr", schreibt Gollnisch und erinnert an den "inakzeptablen Boykott Österreichs durch die Europäische Union nach der FPÖ-Regierungsbeteiligung. "Die Wahrheit ist, dass diese Regierungsbeteiligung die Konsequenz vollkommen freier, pluralistischer und demokratischer Wahlen war. Keine Haltung oder Erklärung dieser Regierung konnte als Vorwand für eine so brutale und zynische Ablehnung des von den Österreichern geäußerten Volkswillens dienen", liest man in dem Schreiben weiter.
"Es sind die Europäische Union und die Eurokraten von Brüssel, die in dem Fall ihre Missbilligung der Völker ans Tageslicht gebracht haben, so wie sie es gegenüber dem dänischen Volk nach dessen Ablehnung des Maastrichter Vertrags machten und gegenüber dem französischen und niederländischen Volk nach deren Ablehnung der Europäischen Verfassung, und so wie sie es gegenüber dem irischen Volk nach dessen Ablehnung des Vertrags von Lissabon machen wollen", schreibt Gollnisch.
Friaul. Mit großer Bestürzung hat der Präsident der
italienischen Region Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo, die
Nachricht vom Unfalltod von Landeshauptmann Jörg Haider aufgenommen.
"Kärnten hat einen optimalen Landeshauptmann und Österreich einen
Bezugspolitiker in einer Phase großer Veränderungen für Europa
verloren", erklärte der Mitte-Rechts-Politiker am Samstag. "Italiens
nordöstliche Regionen verlieren den wichtigsten Ansprechpartner für
die Euregio. Ich persönlich habe einen Freund verloren, der mir nahe
war, auch und vor allem in den schwierigsten Phasen meiner
politischen Karriere", so Tondo.
"Unbestrittene Führungsperson". "Jörg Haider hat eine menschliche Beziehung unabhängig von der
Politik und den Funktionen aufgebaut. Diese Eigenschaft hat ihn in
seiner Heimat so beliebt gemacht, in der er zwanzig Jahre lang eine
unbestrittene Führungsperson war", sagte der friulanische
Regionspräsident. "Haider wird uns fehlen. Er war eine Persönlichkeit mit großer
Vernunft", betonte der frühere Präsident Friauls und Fraktionschef
der Mitte-Rechts-Allianz im Außenpolitischen Ausschuss der
italienischen Abgeordnetenkammer, Roberto Antonione. "Er war eine
sehr positive Person, mit der ich als Präsident Friauls gut
zusammengearbeitet habe", fügte er hinzu.
Venetien. Bestürzt über den Unfalltod hat sich auch der Präsident der
norditalienischen Region Venetien, Giancarlo Galan, gezeigt. "Mit
seinem Tod haben wir einen ehrlichen Freund Italiens und des neuen
Europa verloren", sagte Galan, der der "Partei der Freiheit" (PDL)
von Ministerpräsident Silvio Berlusconi angehört.
Regionaler Zusammenschluss. "Es ist schwierig vorauszusagen, welche Folgen der Tod Jörg
Haiders haben wird, der so viel für die Stärkung der Freundschaft
zwischen Italien und Österreich getan hat". Galan erinnerte in diesem
Zusammenhang insbesondere an Haiders Euregio-Initiativen für einen
regionalen Zusammenschluss von Kärnten, Friaul, Veneto, Slowenien und
den Adria-Gebieten Kroatiens.











