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Zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 um 07:50 Uhr

BZÖ-Politiker sind schockiert

Zutiefst schockiert vom Unfalltod ihres Parteichefs Jörg Haider waren am Samstag seine Kollegen aus dem BZÖ.

Peter Westenthaler

Foto © ReutersPeter Westenthaler

Zutiefst schockiert vom Unfalltod ihres Parteichefs Jörg Haider waren am Samstag seine Kollegen aus dem BZÖ. Peter Westenthaler, der fast 20 Jahre lang an der Seite Jörg Haiders gestanden hatte, nannte ihn in der Morgen-ZiB des ORF "einen der größten Politiker der österreichischen Nachkriegsgeschichte". Mit den Tränen kämpfend unterstrich er vor allem Haiders "große Menschlichkeit".

Dörfler betroffen. In Kärnten sei "die Sonne vom Himmel gefallen" und "die Uhren stehen geblieben heute Nacht", zeigte sich der erste LHStv. Gerhard Dörfler, der die Amtsgeschäfte als LH übernimmt, im Radio-"Morgenjournal" tief betroffen. Das Land - in dem im kommenden März die Landtagswahl ansteht - verliere eine "großartige Persönlichkeit" und "den großartigsten Landeshauptmann".

Westenthaler. Westenthaler bat auch die "Gegner" seines verstorbenen Parteichefs, "anzuerkennen, dass vor allem der Mensch Jörg Haider in den Vordergrund zu stellen ist". Haider sei der erfolgreichste und beliebteste Landeshauptmann gewesen. Er habe "für das Land unendlich viel bewegt" - und "vor Ideen, vor Lebensenergie gesprüht", sagte Westenthaler, den Haider vor der Nationalratswahl als Parteichef und Spitzenkandidat abgelöst hatte.

Grosz. "Wir stehen unter Schock", zeigte sich Ex-BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz in einer ersten Reaktion tief betroffen vom plötzlichen Tod Jörg Haiders. Grosz erklärte, "Österreich habe nicht nur einen der größten Politiker verloren", sondern er auch "einen väterlichen Freund".

Scheibner. Für den stellvertretenden BZÖ-Chef Herbert Scheibner ist der Unfalltod von Parteigründer Jörg Haider "unfassbar". "Gestern war er noch für die Kärntner unterwegs und hat den persönlichen Kontakt mit den Bürgern gefunden, und heute ist er nicht mehr. Das ist für uns alle ein Schock", sagte Scheibner. Wer die Partei nun führen wird, ist noch nicht geklärt. "Das sind Fragen, die wir uns derzeit weder stellen noch beantworten." Jetzt würde es zuerst notwendig sein, den Schock von Haiders Tod zu verkraften.

Stadler. Ewald Stadler trauert um einen "politischen Ziehvater", schrieb der frühere FPÖ-Politiker, der erst im Sommer zum BZÖ gewechselt war, in einer Aussendung. Er sei "erschüttert und tief traurig" - und "einmal mehr froh darüber", dass es ihm "noch vergönnt gewesen" sei, sich mit seinem "langjährigen Freund Jörg Haider aussöhnen zu dürfen". Der Ex-Volksanwalt und künftige BZÖ-Nationalratsabgeordnete sah darin "geradezu eine Fügung".

Stadler sprach Haiders Familie sein Mitgefühl aus. Der Tod Haiders habe "aber auch in Österreich und hier vor allem in Kärnten eine nicht zu schließende Lücke gerissen", erklärte er weiter. Er forderte auch die "uneingeschränkte Unterstützung für BZÖ-Vize Stefan Petzner und Landeshauptmann-Stellvertreter Gerhard Dörfler ein.




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Jörg Haider

Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Mit 20 Jahren stieg er in die Politik ein, 1976 übersie-delte er nach Kärnten. 1989 gelang ihm der Aufstieg zum Landeshauptmann von Kärnten. Nach Querelen mit der FPÖ gründete er 2005 das BZÖ. Bei einem Autounfall am 11. Oktober 2008 verunglückte er tödlich. Haider hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

 


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