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    Zuletzt aktualisiert: 11.10.2008 um 14:17 Uhr

    Reaktionen aus Österreich zu Haiders Tod

    Die Nachricht über den Tod des Kärntner Landeshauptmannes löst große Betroffenheit aus.

    Foto © APA

    Heinz Fischer, Bundespräsident
    Bundespräsident Heinz Fischer hat sich in einer ersten Reaktion auf das Ableben des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider am Samstag "tief betroffen" gezeigt und der Familie des BZÖ-Chefs gegenüber seine Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Das Staatsoberhaupt nannte den Unfalltod Haiders im ORF "unfassbar" und sprach von einer "menschlichen Tragödie". Haider sei ein "Politiker mit großen Begabungen" gewesen, der mit seinem politischen Wirken Begeisterung, aber auch entschiedene Kritik ausgelöst habe.

    Alfred Gusenbauer (SPÖ), Bundeskanzler
    Alfred Gusenbauer zeigt sich "sehr betroffen" über den plötzlichen Tod Jörg Haiders. Als langjähriger Landeshauptmann habe der BZÖ-Chef nicht nur die Kärntner Politik entscheidend beeinflusst, sondern auch die gesamte österreichische innenpolitische Landschaft über Jahrzehnte hinweg geprägt: "Mein tiefes Mitgefühl gilt in diesen Stunden seiner Familie", sagte der Bundeskanzler in einer ersten Stellungnahme.

    Wilhelm Molterer (ÖVP), Vizekanzler
    "Zutiefst schockiert" reagiert Wilhelm Molterer auf das Ableben Haiders. Der BZÖ-Chef sei eine Persönlichkeit gewesen, die in den letzten Jahren die Politik in Österreich mitgeprägt und mitgestaltet habe. Haider habe immer einen eindeutigen Standpunkt bezogen und sei jemand gewesen, der sich nie ein Blatt vor den Mund genommen und Dinge beim Namen genannt habe: "Dafür gebührt ihm großer Respekt." Haider hinterlasse als Mensch und Politiker eine große Lücke.

    Barbara Prammer (SPÖ), Nationalratspräsidentin
    Tief betroffen vom Unfalltod des Kärntner Landeshauptmanns ist Barbara Prammer. Politische Differenzen und konkurrierende Wertvorstellungen würden durch den Tod nicht aufgehoben, aber entscheidend relativiert, meinte die SPÖ-Politikerin in einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz. Sie anerkenne und würdige die große politische Lebensleistung Haiders, der die österreichische Politik der letzten Jahrzehnte mit geprägt habe.

    Werner Faymann (SPÖ)
    SPÖ-Chef Werner Faymann zeigt sich "tief betroffen vom tragischen Ableben des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider". Haider sei ein Ausnahmepolitiker gewesen, der die Politik in Kärnten und darüber hinaus in ganz Österreich über Jahre hinweg geprägt habe, so Faymann. Sein ganzes Mitgefühl gelte der Familie des Verstorbenen.

    Franz Voves (SPÖ), Landeshauptmann Steiermark
    Der steirische Landeshauptmann würdigte den tödlich verunglückten Jörg Haider als "eine der charismatischsten Persönlichkeiten in der österreichischen Politik" in den letzten Jahrzehnten. Haider sei "ein sehr anerkannter Landeshauptmann-Kollege" gewesen, "der sich in den letzen Jahren mit viel Erfolg für den Süden Österreichs eingesetzt hat".

    Erwin Pröll (ÖVP), LH Niederösterreich
    "Tiefen Respekt" vor seinem langjährigen Landeshauptmann-Kollegen brachte Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll zum Ausdruck. Haider habe viel sachliche Kompetenz in die Angelegenheiten der Bundesländer eingebracht, oft auch sehr polarisierend. Unbestritten bleibe jedenfalls Haiders herausragendes politisches Talent, sein Tod sei einfach "unglaublich", so Pröll.

    Josef Pühringer (ÖVP), LH Oberösterreich
    "Es ist fürchterlich was passiert ist, ich bin sehr betroffen vom Tod meines Kärntner Kollegen", sagte Josef Pühringer am Samstag im Gespräch mit der APA zum Unfalltod von Jörg Haider. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen. Pühringer würdigte den Kärntner Landeschef als "Ausnahmepolitiker", mit dem er "trotz weltanschaulicher Unterschiede eine gute Gesprächsbasis" hatte.

    Gabi Burgstaller (SPÖ), Landeshauptfrau Salzburg
    "Mit Landeshauptmann Jörg Haider verliert Österreich eines der größten politischen Talente der letzten Jahrzehnte. Trotz so mancher Auffassungsunterschiede ist für mich erkennbar, dass für Jörg Haider vor allem in sozialen Fragen der Mensch im Mittelpunkt seines Handelns gestanden hat."

    Herbert Sausgruber (ÖVP), LH Vorarlberg
    Der Unfalltod Jörg Haiders hat auch bei Vorarlbergers Landeshauptmann tiefe Betroffenheit ausgelöst. Als derzeitiger Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz hätte Sausgruber kommende Woche auch seinen Amtskollegen Haider in Bregenz begrüßen sollen. "Jörg Haider war ein engagierter Vertreter von Länderinteressen, speziell natürlich des Landes Kärnten, aber auch darüber hinaus für alle österreichischen Bundesländer", erklärte Sausgruber gegenüber der APA. Haider habe in Österreich "in den vergangenen Jahrzehnten viel Veränderung bewirkt, andererseits auch stark polarisiert".

    Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmann Tirol
    "Sehr betroffen" hat sich Günther Platter am Samstag vom Tod seines Kärntner Amtskollegen gezeigt. Jörg Haider sei "zweifellos eine der prägendsten politischen Figuren in Österreich in den letzten Jahrzehnten, ganz besonders aber in Kärnten, gewesen - oft auch sehr polarisierend". Platter sprach vor allem der Familie Haiders seine tiefste Anteilnahme aus. Angesichts dieses überraschenden Todes stehe das Menschliche im Vordergrund. "Mein Mitgefühl gilt seiner seiner Familie", erklärte Platter.

    Christoph Leitl, Wirtschaftskammerpräsident
    Durch den Unfalltod von Jörg Haider sei eine außergewöhnliche politische Karriere tragisch beendet worden. Das erklärte Christoph Leitl, der der Familie Haiders sein Beileid ausdrückte. Haider habe bewegt und gestaltet, durchaus auch mit Widersprüchen. Die Sozialpartnerschaft habe er gefordert, aber damit letztlich auch bewirkt, dass Anstrengungen und Leistungen erhöht worden seien.

    Rudolf Hundstorfer, ÖGB-Präsident
    Für Rudolf Hundstorfer hatte Haider die Stärke, wie ein Barometer die Stimmungen in der Bevölkerung zu erkennen und anzusprechen. Ebenso wie die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter drückte der ÖGB-Chef der Familie sein Beileid aus.

    Wolfgang Schüssel, ÖVP-Klubobmann
    Wolfgang Schüssel hat den verstorbenen Jörg Haider als "hochbegabten Politiker mit Leib und Seele" gewürdigt. Mit Haider sei es im Jahr 2000 gelungen, ein Reformprogramm für Österreich zu erarbeiten und umzusetzen, erklärte der Altkanzler. Er hat seine Ziele stets mit Leidenschaft und großer Zielstrebigkeit verfolgt: "Haider war ein engagierter Sozialpolitiker der zuhören konnte, der sich den Menschen verbunden fühlte und das auch vorlebte."

    Hubert Gorbach, Ex-Vizekanzler
    Mit tiefer Betroffenheit reagierte Hubert Gorbach als langjähriger politischer Wegbegleiter von Jörg Haider auf dessen Ableben Samstagnacht: Er habe ein Vorbild und guten Freund verloren. "Seit 1976 war Jörg Haider nicht nur mein politischer Wegbegleiter und Mentor, sondern auch echter Freund in guten und weniger guten Zeiten. Er war als damaliger Bundesobmann der Freiheitlichen Jugend Hauptgrund für mein politisches Engagement und ein Vorbild, von dem ich viel gelernt habe."

    Gerhart Holzinger, VfGH-Präsident
    "Tief betroffen" vom Unfalltod Jörg Haiders zeigte sich am Samstag der Präsident des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) Gerhart Holzinger. "In einem solchen Moment treten alle Auffassungsunterschiede der Vergangenheit in den Hintergrund", sagte er gegenüber der APA. Er wäre in den nächsten Tagen zu einem lange geplanten Antrittsbesuch bei Haider nach Kärnten gefahren. "Jetzt gilt meine Anteilnahme der Familie", betonte Holzinger. Die VfGH-Präsidenten - vor allem auch Holzingers Vorgänger Ludwig Adamovich und Karl Korinek - waren seit dem Ortstafel-Erkenntnis aus dem Jahr 2001 das Ziel teils auch untergriffiger Attacken Haiders und anderer FPÖ- bzw. BZÖ-Politiker.

    Karl-Heinz Grasser, Ex-Finanzminister
    Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, ein langjähriger Weggefährte Jörg Haiders, nannte den Unfalltod "unglaublich und tief schockierend". Österreich verliere einen "fantastischen Menschen und großen Landeshauptmann". Haider sei einer der "faszinierendsten Politiker" gewesen, der "Österreich über viele Jahre wie kaum ein anderer geprägt" habe, sagte Grasser. Er habe viel von Haider - der für ihn "immer ein Freund" gewesen sei - gelernt und sei "dankbar, ein Stück des Weges mit ihm gegangen zu sein".

    Martin Bartenstein (ÖVP), Wirtschaftsminister
    Bartenstein erklärte, Haider habe "mit außergewöhnlichem Talent, aber auch hartem persönlichen Einsatz" Bedeutendes geleistet und blickte zurück auf die Regierungsbildung mit Wolfgang Schüssel (ÖVP) im Jahr 2000, womit "eine für Österreich sehr erfolgreiche Regierungsphase bis 2007" begründet worden sei. Und "bei der Nationalratswahl 2008 war er wohl der eigentliche Sieger", so Bartenstein zu den jüngsten politischen Erfolgen Haiders. "Mein tiefes Mitgefühl gilt in diesen Stunden vor allem seiner Gattin Claudia und seiner ganzen Familie".

    Andrea Kdolsky(ÖVP), Gesundheitsministerin
    Dies unterstrich auch Kdolsky, die der Familie "mein tiefes Bedauern über diesen tragischen und plötzlichen Verlust" aussprach. Sein Tod hinterlasse eine große Lücke in der politischen Landschaft Österreichs. Bartenstein, sowie Kdolsky bezeichneten Haider als einen "Ausnahmepolitiker".

    Alexander Van der Bellen (GRÜNE), Ehemaliger Parteichef der Grünen
    "Jörg Haider war ein außergewöhnlicher Politiker, hochbefähigt, Menschen zu begeistern und für sich einzunehmen", schrieb Van der Bellen. "Jörg Haider und mich trennten Welten in Inhalt wie im Stil der Politik. Gerade deshalb geht mir sein plötzlicher Tod sehr nahe." Auch Van der Bellen sprach Haiders Angehörigen und Freunden seine Anteilnahme aus.

    Franz Vranitzky (SPÖ), Altkanzler
    Der verstorbene Landeshauptmann sei ein politischer Herausforderer gewesen, "der besonders ernst zu nehmen war, wenn nicht überhaupt am ernstesten", sagte Vranitzky am Samstag im ORF-"Mittagsjournal". Haiders Talent, viele Menschen für seine Ansichten zu begeistern und zu gewinnen, sei "außerordentlich" gewesen, erklärte Vranitzky, der unterstrich, dass er in "grundsätzlichen politischen Positionen konträr zu Haider stand".

    Er habe "mit Bestürzung und Entsetzen" vom Unfalltod des Kärntner Landeshauptmannes gehört, betonte der frühere SPÖ-Chef, der 1986 die Koalition mit der SPÖ aufkündigte, weil Haider die FPÖ übernommen hatte. Das Etikett, er habe die Haider-FPÖ "ausgegrenzt", wollte Vranitzky -unter Hinweis auf parlamentarische Zusammenarbeit der Parteien - so nicht geltenlassen. Aber er betonte, dass er mit dem früheren FPÖ-Chef "Gesinnungskompromisse nicht schließen konnte, da hätte ich mich als Politiker aufgegeben".

    Susanne Riess-Passer, Ex-Vizekanzlerin
    Haider sei stets für "Politik mit Leidenschaft" gestanden, sagte Haiders frühere Weggefährtin Susanne Riess-Passer im Ö1-"Mittagsjournal". "Und zwar nicht nur die 'große Politik'", betonte die frühere Vizekanzlerin, die im Jahr 2000 die FPÖ-Führung von Haider übernommen und nach dem Crash von Knittelfeld die Partei 2002 verlassen hatte. "Was ihm immer die größte Freude gemacht hat, war der Kontakt mit den Menschen."

    "Er war einer, der zuhören konnte, und was noch viel wichtiger ist: Es hat ihm wirklich etwas bedeutet, was ihm die Menschen gesagt haben", so die nunmehrige Generaldirektorin der Wüstenrot-Bausparkasse. "Ich glaube, das ist auch, warum ihn so Menschen geliebt haben. Und so werden sie ihn auch in Erinnerung behalten."


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    Gusenbauer: "Haider hat Österreichs innenpolitische Landschaft über Jahrzehnte geprägt"Foto © Reuters

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    Molterer: "Haider hat sich nie ein Blatt vor den Mund genommen"Foto © Reuters

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    Prammer: "Politische Differenzen werden relativiert"Foto © APA

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    Voves: "eine der charismatischsten Persönlichkeiten in Österreichs Politik"Foto © APA

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    Pröll: "Herausragendes politisches Talent"Foto © APA

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    Schüssel: "Hochbegabter Politiker mit Leib und Seele"Foto © APA

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    Grasser: "Fantastischer Mensch und großer Landeshauptmann"Foto © AP

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    Vranitzky: "Haiders Talent, Menschen zu begeistern, war außerordentlich"Foto © APA

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      Haider im Internet

      www.ebay.at

      Erinnerungsstücke an Jörg Haider im Angebot.

       

      Jörg Haider

      Jörg Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Mit 20 Jahren stieg er in die Politik ein, 1976 übersie-delte er nach Kärnten. 1989 gelang ihm der Aufstieg zum Landeshauptmann von Kärnten. Nach Querelen mit der FPÖ gründete er 2005 das BZÖ. Bei einem Autounfall am 11. Oktober 2008 verunglückte er tödlich. Haider hinterlässt seine Frau und zwei Töchter.

       


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