Die ersten Lichtblicke in der Krise
Neueste Daten zeigen jetzt in Griechenland erste Reformerfolge. EU-Gipfel will diese Woche neue Fortschritte.

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Natürlich ist die Stimmung in Griechenland weiter explosiv. Immerhin ist die Wirtschaftsleistung BIP heuer um ein Fünftel niedriger als 2007, die Einkommen vieler Bürger sind noch stärker gesunken. Doch neueste Erhebungen der EU zeigen erste Lichtblicke. So ist die Industrieproduktion erstmals wieder leicht gestiegen, die schwer defizitäre Handelsbilanz hat sich etwas verbessert. Auch für den Schuldenstaat Portugal gibt es ähnliche Angaben. Und Irland, das mit rund 60 Milliarden Euro am Tropf der Euro-Retter hängt, hat die Exporte zuletzt um 18 Prozent gesteigert.
Den Spitzen der EU und der Euro-Gruppe kommen die Nachrichten gerade recht, beginnt doch am Donnerstag ein Europäischer Rat ("Gipfel") in Brüssel. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy will die Gunst der Stunde nutzen und ein Papier diskutieren, das neue Maßregeln zur Bewältigung der Schuldenkrise vorsieht. In Übereinstimmung mit José Manuel Barroso, dem Chef der EU-Kommission, bringt Van Rompuy ein neues Finanzinstrument der Euro-Zone zum Abmildern von ökonomischen Schocks ins Spiel.
Bericht der Troika
Mit Spannung wird auch gerätselt, ob die Troika der Geldgeber ihren seit Wochen erwarteten Bericht über die Reformerfolge Griechenlands noch diese Woche vorlegt. Bei den Spekulationen, wie die Euro-Länder reagieren, sollte der Bericht unbefriedigende Inhalte haben, gibt es jetzt eine neue Variante. Die EU, die gerade erst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, könne doch unter keinen Umständen zulassen, dass Griechenland wegen ungenügender Sparsamkeit aus dem Euro fliegt.
Selbst aus Deutschland gibt es uneingeschränkte Freundlichkeiten für die Griechen. Kanzlerin Angela Merkel, die eben erst selber in Athen war, versicherte erneut, dass sie "fest an die Griechen glaube". Und Finanzminister Wolfgang Schäuble denkt nicht, dass Griechenland die Euro-Zone sprengt. Solche Spekulationen seien "sinnlos".
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