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Zuletzt aktualisiert: 08.10.2012 um 22:21 UhrKommentare

Griechen demonstrierten vor Merkel-Besuch

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Dienstag erstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise nach Griechenland. Rund 7.000 Polizisten sollen das Zentrum Athens abriegeln, bereits am Montagabend gab es Proteste.

"Merkel raus" - die Beliebtheitswerte von Angela Merkel sind in Griechland im zweistelligen Minusbereich

Foto © Reuters"Merkel raus" - die Beliebtheitswerte von Angela Merkel sind in Griechland im zweistelligen Minusbereich

Tausende Griechen haben am Montagabend in Athen gegen den Sparkurs und den Besuch von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel protestiert. Einzelne Demonstranten trugen Plakate mit beleidigenden und diffamierenden Aufschriften. "Raus aus unserem Land, du Schlampe", hieß es auf einem Plakat. "Tochter Hitlers, raus aus Griechenland und kein Viertes Reich", stand auf einem anderen.

"Angela weine nicht"

Linke Demonstranten trugen ein großes Transparent mit der deutschen Fahne und einem abgeänderten Vers von Berthold Brecht: "Angela weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre." "Mit unserer Präsenz wollen wir unsere Politiker dazu bringen, endlich Nein zum endlosen Sparen zu sagen", sagte eine Demonstrantin der Nachrichtenagentur dpa. "Die Kapitalisten sollen zahlen", skandierten andere Demonstranten. "Nehmt das Sparprogramm und haut hier ab", riefen die Demonstranten den Abgeordneten zu.

Massives Polizei-Aufgebot

Für den Merkel-Besuch hat die griechische Regierung große Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Rund 7.000 Polizisten werden eingesetzt, um das Zentrum der Hauptstadt abzuriegeln. Für Dienstagmittag sind weitere Proteste geplant - genau zu der Zeit, wenn sich Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras und Merkel treffen sollen. Die Polizei stellte auch Einheiten zum Schutz der deutschen Botschaft und anderer deutscher Einrichtungen bereit, wie die griechische Presse berichtete. Verdächtige sollten vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen werden.

Die beiden größten Gewerkschaften des Landes haben für Dienstag eine Großdemonstration im Zentrum Athens angekündigt. Auch die Kommunisten und die größte Oppositionspartei im Parlament, das Bündnis der radikalen Linken (SYRIZA), riefen zu Kundgebungen auf. Man werde "alles mobilisieren, was man auf die Straße bringen kann", hieß es. Vor der deutschen Botschaft will außerdem die nationalpopulistische Partei der "Unabhängigen Griechen" demonstrieren.


Fakten

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Dienstag erstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise nach Griechenland. Bei dem eintägigen Kurzbesuch in Athen sind Gespräche mit Regierungschef Antonis Samaras und Staatspräsident Karolos Papoulias geplant. Zudem will Merkel mit griechischen und deutschen Unternehmern zusammentreffen.

Im Schuldensumpf

Die dramatische Verschuldung brachte Griechenland seit dem Frühjahr 2010 immer wieder an den Rand eines Staatsbankrotts – und führte zu massiven Problemen in der Euro-Zone.

 

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Nächtliche Ausschreitungen in Athen 

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