Generalstreik in Griechenland: Alles steht still
In Griechenland haben Hunderttausende Menschen am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Sie demonstrieren damit gegen die Sparbemühungen der Regierung, die nur die "kleine Leute" treffen würden. Flüge nach Griechenland fielen aus.

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Unter dem Motto "Generalstreik - alle gemeinsam, um den Sparpakt zu zerbrechen" sind in Griechenland am Mittwoch Hunderttausende Menschen in den Streik getreten. Die Chancen auf eine Rücknahme des milliardenschweren Sparpakets sind jedoch gleich null. Den Anfang machten die Busfahrer Athens mit einer dreistündigen Arbeitsniederlegung. Im Flugverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen, weil auch die Fluglotsen bis 12.00 Uhr ihre Arbeit niederlegten. Auch Flüge von Wien nach Griechenland waren betroffen, Flugpassagiere mussten mit Verzögerungen von bis zu fünf Stunden rechnen. Zu Flugausfällen kam es jedoch nicht.
Ausschreitungen vor dem Parlament
Am Rande der Demonstration ist es am Mittwoch auf dem Platz vor dem Parlament zu Ausschreitungen gekommen. Rund 200 vermummte Autonome schleuderten mehrere Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, wie das Fernsehen zeigte. Tausende Demonstranten flüchteten in Nebenstraßen.
Keine Fähren
Im Ausstand waren auch die Seeleute. Keine Fähre lief aus dem Haupthafen des Landes in Piräus aus. Ministerien und Steuerämter sowie Schulen blieben geschlossen. Sogar Priester gingen auf die Straße vor dem Parlament in Athen, berichteten Augenzeugen. Die Polizei zog starke Einheiten rund um das Parlament zusammen.
Ärzte behandelten nur Notfälle und die Apotheken blieben zu. Auch die Journalisten legten eine vierstündige Arbeitsniederlegung ein. Zwischen 11.00 und 15.00 Uhr Ortszeit gab es nur Nachrichten über die Streikbewegungen und die Demonstrationen. Viele Geschäfte und Banken waren im Zentrum Athens zu. Die Händler protestierten gegen den "Einbruch des Konsums als Folge der Rotstiftpolitik".
Die Streiks sind nach übereinstimmenden Schätzungen der Gewerkschaften und der Presse die massivsten seit Februar. Zu den Aktionen aufgerufen haben die Gewerkschaftsdachverbände des privaten und des staatlichen Bereichs. Nach eigenen Angaben vertreten sie zusammen mehr als drei Millionen Arbeitnehmer.
"Wir können die Stromrechnung nicht mehr bezahlen", sagte ein 82-jähriger Pensionist in Athen. Einige Demonstranten trugen Särge, um auf den "Tod des Sozialsystems" hinzuweisen. Demonstrationen gab es auch in Thessaloniki, auf Kreta und zahlreichen Städten Mittelgriechenlands, berichteten telefonisch Augenzeugen.
Keine Einigung auf Sparpaket
Eine Einigung auf das neue, gut 11,5 Milliarden Euro schwere Sparpaket steht weiter aus. Die Gewerkschaften rechnen mit weiteren Kürzungen von Löhnen und Renten zwischen sechs und 20 Prozent. Die Arbeitnehmer haben nach Angaben der Gewerkschaften bereits etwa 30 Prozent ihres Einkommens verloren.
Nur wenn Athen die weiteren Sparauflagen erfüllt, die von der Geldgeber-Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) geprüft werden, kann die Regierung mit einer weiteren Finanztranche von 31,5 Milliarden Euro rechnen. Andernfalls steht Griechenland vor dem Staatsbankrott.
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Am Rande der Demonstrationen kam es zu AusschreitungenFoto © Reuters









