Verhandlungen zwischen Athen und Troika in der Zielgerade
In Athen hat am Sonntagvormittag die entscheidende Verhandlungsrunde über das neue Sparpaket des Euro-Krisenlandes Griechenlands mit den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber begonnen. Samaras will einen "schnellen Euro-Tod" Griechenlands abwenden.

Foto © APMinisterpräsident Antonis Samaras
Wie es aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen hieß, gehe es dabei um die letzten Details des gut 11,5 Mrd. Euro schweren Sparprogramms. Das Programm werde "schmerzhaft" für die Bevölkerung sein, wertete die Athener Sonntagspresse. "Schockierende Kürzungen", schrieb die Zeitung "To Vima". Athen tue alles, damit es nicht wegen einer Einstellung der Finanzspritzen der Geldgeber zum zwangsweisen Austritt aus dem Euroland komme, meinte die konservative Zeitung "Kathimerini".
Bei Einigung Zeit
Sollte es eine Einigung geben, werden die Troika-Experten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorerst abreisen und Athen Zeit geben, das Programm dem eigenen Volk zu präsentieren und es dann stufenweise in die Wege zu leiten.
Grünes Licht für weitere Finanzhilfen bedeuten diese Verhandlungen nicht. Denn Athen ist in erheblichem Rückstand bei seinen zugesagten Reform- und Sparschritten. Die Experten der Geldgeber sollen im September erneut nach Athen reisen. Sie wollen dann prüfen, inwieweit Griechenland das Sparprogramm in die Tat umsetze, wie es vom Finanzministerium in Athen am Sonntag hieß. Nur dann könnte wieder Geld nach Griechenland fließen.
Samaras noch im August nach Berlin und Paris
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras will Ende August zu Gesprächen mit den beiden stärksten Euro-Partnern nach Berlin und Paris reisen. Dieser Plan wurde der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Athen aus Kreisen bestätigt, die dem Ministerpräsidenten nahe stehen.
Eine offizielle Erklärung mit dem genauen Programm werde es in den nächsten Tagen geben, hieß es. Zuvor hatten verschiedene griechische Medien berichtet, Samaras werde wahrscheinlich am 24. August nach Berlin kommen.
Laut griechischen Medienberichten geht es bei der Samaras-Reise darum, einen "schnellen Euro-Tod" Griechenlands abzuwenden. Den Verantwortlichen sei bewusst, dass es in Berlin einen "Grexit"-Plan - einen Plan für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone - gebe.
Samaras hatte vergangene Woche die Äußerungen einiger europäischer Politiker zu einem möglichen Euro-Austritt Griechenlands scharf zurückgewiesen. Diese würden die griechischen Bemühungen untergraben, sagte er vor einem Parlamentsausschuss. Er wisse nicht, ob diese Politiker es "bewusst oder aus Dummheit" täten - er wisse nur, dass sie unverantwortlich seien.









