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    Zuletzt aktualisiert: 06.05.2012 um 14:25 UhrKommentare

    Griechen zwischen Lethargie und Aufbruchsstimmung

    Einzug einer Vielzahl kleinerer Parteien ins Parlament erwartet.

    Foto © AP

    Gianna Papadopoulou kommt unentschlossen zu ihrem Wahllokal. "Ich weiß immer noch nicht, was ich wählen soll", sagt die 67-jährige Pensionistin, die mit ihren kranken Mann mit 520 Euro im Monat über die Runden kommen muss. "Ich will sie (die Politiker) für ihre Korruption abstrafen. Ich will aber auch, dass das Land nicht völlig untergeht", fasst Gianna das Problem zusammen, vor dem Millionen Griechen an diesem Wahlsonntag stehen.

    Ausgerechnet die Sozialisten und die Konservativen, die das Land an den Abgrund geführt haben, zeigen sich jetzt mehr als alle anderen pro-europäisch und reformbereit. Die meisten anderen Parteien wollen das harte Sparprogramm beenden. Die Kommunisten fordern sogar den Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der EU.

    Die heimische Presse spiegelt die zwiespältige Stimmung: "Tag der Verantwortung für alle", lautete der Tenor in der konservativen "Kathimerini" am Sonntag. Vorrangig sei, dass das Land am Montag eine Regierung hat, hieß es. Die Sonntagszeitung "Proto Thema" erwartet eine Nacht voller Ängste und Tage der Regierungslosigkeit.

    Alle Umfragen deuteten darauf hin, dass keine Partei allein regieren kann. Zudem wird ein Einbruch der bisher regierenden Konservativen und Sozialisten in der Wählergunst erwartet. Von gemeinsam 75 Prozent der Stimmen im Jahr 2009 könnten den Meinungsforschern zufolge kaum noch 45 Prozent übrig bleiben. Dafür wird der Einzug einer Vielzahl kleinerer Parteien ins Parlament erwartet - darunter linke Traditionsparteien, die Aufwind haben, aber auch populistische und rechtsextremistische Gruppierungen, die mit den Ängsten der Menschen spielen.

    Während die Parteizentralen der Konservativen und der Sozialisten am Sonntagvormittag dem Niedergang entgegen sahen, herrschte in den Büros des Bündnisses der Linken (Syriza) Aufbruchstimmung. Umfragen deuteten darauf hin, dass diese Partei stark zulegen könnte. "Die Lösung ist links", titelte das Parteiblatt "Avgi". Die Partei setzt sich zwar für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone ein. Sie will aber im Falle einer Regierungsbeteiligung die Schulden des Landes einseitig streichen. "So etwas führt innerhalb kürzester Zeit zum Bankrott", kontert PASOK-Chef Venizelos.

    Die gemäßigte Demokratische Linke (DA) schlägt Ähnliches vor. Nur ihre Wortwahl sei höflicher, meinen Analysten. Die Kommunisten sagen es unmissverständlich: "Raus aus dem Euro und der EU jetzt", fordert ihre Generalsekretärin Aleka Papariga.

    Im rechten politischen Spektrum gibt es Parteien, die um die Stimmen enttäuschter konservativer Wähler ringen. "Deutschland soll Reparationen für den Zweiten Weltkrieg zahlen", lautet ihre Forderung. Das Land sei von den Geldgebern "besetzt" und müsse "befreit" werden. Unklar blieb zunächst, ob es erstmals eine rassistische, ausländerfeindliche Gruppierung namens "Goldene Morgenröte" schaffen würde, den Einzug ins Parlament zu schaffen.

    Takis Tsafos/dpa

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