Steuern - aber erst nach den Wahlen?
Kein einziges Steuererklärungs-Dokument sei in Griechenland bislang an die Bürger geschickt worden, wird berichtet - möglicherweile aus Kalkül hinsichtlich der anstehenden Wahlen. Die griechischen Steuerbeamten lehnen unterdessen deutsche Hilfe ab.

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Die griechischen Steuerbeamten lehnen Hilfe ihrer deutschen Kollegen im Kampf gegen Steuersünder und zur Modernisierung ihrer Finanzverwaltung ab.
Ihre Gewerkschaft rief Finanzminister Evangelos Venizelos auf, ein entsprechendes Angebot aus Deutschland abzulehnen. "Das kontinuierliche Gerede über den Einsatz fremder Steuerbeamter verursacht Verwirrung bei den hart arbeitenden griechischen Beamten", hieß es in einem Brief der Gewerkschaft an Venizelos, der am Mittwoch in der griechischen Presse veröffentlicht wurde.
YNach Angaben von Finanz-Staatssekretär Hans Bernhard Beus stehen mehr als 160 Freiwillige aus deutschen Finanzbehörden bereit, den Griechen bei der Modernisierung ihrer Steuerbehörden zu helfen. Laut dem deutschen Finanzministerium handelt es sich dabei um ein Projekt der EU-Kommission, das in den nächsten Monaten anlaufen könne.
Unterdessen berichten griechische Medien am Mittwoch von chaotischen Zuständen in griechischen Steuerämtern. Kein einziges Steuererklärungs-Dokument sei bisher an die Bürger geschickt worden. Wie das Nachrichtenportal der Sonntagszeitung "towima.gr" berichtete, hängt dies mit den anstehenden vorgezogenen Wahlen zusammen. Die Wähler sollten nicht zu sehr die Last der neuen Steuern spüren. Der Urnengang soll voraussichtlich bis Ende April stattfinden.
Auf die Griechen kommen auch 2012 starke Zusatzbelastungen zu. Unter anderem müssen Steuerzahler ein Prozent ihres Bruttogehaltes als Solidarität zum Staat zahlen. Zudem wird das zweite Jahr in Folge eine Sondersteuer von durchschnittlich vier Euro pro Quadratmeter Haus oder Wohnung fällig. Ferner wurde der Steuerfreibetrag von 12.000 Euro auf 5000 Euro gesenkt.









