Griechischer Oppositionschef stellt Bedingung für Mithilfe
Der Chef der größten Oppositionspartei, Neue Demokratie, Antonis Samaras, stellt sich bei der Regierungsbildung quer. Er will bei der Problemlösung mithelfen, aber erst, wenn Papandreou zurücktritt. Staatspräsident Papoulias versucht indes zu vermitteln.

Foto © ReutersAntonis Samaras traf sich mit Präsidenten Papoulias
In Griechenland hat Oppositionschef Antonis Samaras seine Bereitschaft zur Mithilfe bei der Lösung der Probleme des Landes bekundet. Voraussetzung dafür sei aber ein Rücktritt von Regierungschef Giorgos Papandreou, sagte Samaras am Sonntag in Athen. So lange Papandreou im Amt bleibe, werde es keinen Durchbruch bei der Auflösung des politischen Patts im Land geben. Samaras ließ offen, ob er einer breiten Koalitionsregierung angehören würde. Er sagte lediglich, er sei zur Hilfe bereit.
Papandreou hatte zuletzt seinen Rücktritt nicht ausgeschlossen und die baldige Aufnahme von Koalitionsverhandlungen angekündigt. Aus Regierungskreisen hieß es dazu, die Hintergrundgespräche würden von Finanzminister Evangelos Venizelos geführt. Dieser solle auch Chef der neuen Regierungskoalition werden. Die Kooperation von Sozialisten (PASOK) und Konservativen (Neue Demokratie) im griechischen Parlament soll die Verabschiedung von Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise ermöglichen.
Athen: Sondierungen gehen weiter
In Griechenland gehen die Bemühungen zur Entschärfung der innenpolitischen Krise weiter. Am Sonntagmittag wollte Staatspräsident Karolos Papoulias Gespräche mit dem Chef der bürgerlichen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, führen. Es geht um die Bildung einer von Ministerpräsident Giorgos Papandreou geplanten neuen Regierung der nationalen Einheit. Samaras lehnt eine Beteiligung daran bisher ab. Hinter den Kulissen habe es die ganze Nacht lang Gespräche gegeben, berichteten griechische Medien am Sonntag übereinstimmend. Staatspräsident Papoulias wird versuchen, die Kluft zwischen Samaras' Konservativen und Papandreous Sozialisten zu überbrücken.
Griechische Zeitungen überboten sich am Sonntag mit warnenden Schlagzeilen: "Sie pokern auf der Titanic", schrieb die Athener "Kathimerini". "Zwischen Euro und Drachme", titelte die Sonntagszeitung "To Vima". Ausländische Botschaften in Griechenland würden ihre Bürger bereits vor Chaos warnen, falls das neue Spar- und Hilfsprogramm nicht unter Dach und Fach komme, berichtete das Blatt weiter. Diplomaten wollten dies auf Anfrage nicht bestätigen.









