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Zuletzt aktualisiert: 10.05.2007 um 16:25 Uhr

Studie: Jeder fünfte Schüler kennt sich im Unterricht nicht aus

15 Prozent der Schüler fühlen sich unfair behandelt - Schulangst nach der Volksschule steigt, Noten werden deutlich schlechter.

Foto © APA

15 Prozent der Schüler fühlen sich von ihren Lehrern nicht fair behandelt, 20 bis 25 Prozent kennen sich im Unterricht oft nicht aus. Nach dem Übergang von der Volksschule in die Sekundarstufe verschlechtern sich die Noten bei steigendem Schulstress deutlich. Das sind wesentliche Ergebnisse der am Mittwochabend in Salzburg vorgestellten Studie "Das Befinden von Kindern und Jugendlichen in der österreichischen Schule" mit dem Untertitel: "Ein Paradies mit kleinen Mängeln?"

Erschreckende Bilanz. So klein sind die Mängel offenbar nicht: In der Volksschule ist die Welt der Schüler noch in Ordnung, ab der 5. Schulstufe "macht aber der überwiegende Teil die Erfahrung: Ich arbeite mehr für die Schule, kriege aber schlechtere Noten", fasste der Autor der im Mai 2005 durchgeführten Studie, der Salzburger Erziehungswissenschafter Ferdinand Eder, zusammen. Befragt wurden österreichweit mehr als 7.600 Schüler aus 339 Klassen von der vierten bis zur zwölften Schulstufe. Die ernüchternde Bilanz: Die Schulangst steigt, der Anteil von 28 Prozent Spitzenschülern in der Grundstufe schrumpft in der Sekundarstufe auf magere vier Prozent.

Förderung. Im Vergleich zu einer ersten Untersuchung im Jahr 1994 habe sich nichts Weltbewegendes getan, milde Verbesserungen gebe es aber, resümierte Eder. Gewinner des Jahrzehntes seien die Mädchen, es habe ein Positionswechsel stattgefunden. 41 Prozent der Mädchen sind mit ihrer Schule sehr zufrieden, bei den Buben sind es 35 Prozent. "Beide Geschlechter sagen, dass die Mädchen im Unterricht bevorzugt werden, 1994 waren es eher noch die Burschen." Einerseits habe es viele Programme zur Förderung der Mädchen gegeben, andererseits stelle sich die Frage: "Wer sind die verlässlicheren Partner für die Lehrer? Aber das wissen wir nicht genau", so Eder.

Ganztagsschule. Wie sich die Schüler in der Sekundarstufe wohler fühlen und bessere Leistungen erbringen können, dafür legte der 59-jährige Universitätsprofessor für Pädagogik einige Lösungsvorschläge auf den Tisch. Das ab der 5. Schulstufe selektionsorientierte Arbeiten müsse mehr in Richtung förderorientiertes Lernen zurückgenommen werden. Sowohl in der Gesamt- wie auch in der Ganztagsschule könne man die Schüler möglicherweise besser fördern, da die Differenzierung viel flexibler gestaltet werde. "Die Kinder erhalten von 9.00 bis 17.00 Uhr ein rhythmisiertes Lernprogramm."

Mängel. Die aufgezeigten Mängel seien mit systeminternen Maßnahmen nicht mehr zu sanieren. "Unser Schulsystem birgt eine starke personale Abhängigkeit zwischen Lehrer und Schülern." Der Autor der Studie, die seit Oktober 2006 dem Bildungsministerium vorliegt, schlug externe Überprüfungen vor, um entscheidende Leistungsbeurteilungen aus der Schule herauszunehmen. "Zum Beispiel bekommen alle Parallelklassen einer Schule die gleiche Englischschularbeit, und die Schulen innerhalb einer Region geben die gleichen Abschlussarbeiten." Eder hält auch eine Zentralmatura wie in Frankreich und in Bayern für sinnvoll. Die Benotung hänge dann nicht mehr vom Lehrer-Schülerverhältnis ab.


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Bild vergrößernGrafik: Überforderung bei SchülernFoto © APA

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Bild vergrößernGrafik: Zeitaufwand für die SchuleFoto © APA

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