Totale Macht für Hollande
Der französische Präsident kann sich auf eine absolute Mehrheit seiner Sozialistischen Partei in der Nationalversammlung stützen.

Foto © APHat Grund zum Lachen: François Hollande
Frankreich steht vor einer politischen Premiere: Erstmals kann ein sozialistischer Staatschef mit Mehrheiten in beiden Kammern des Parlaments regieren. Die Parti Socialiste (PS) von Präsident François Hollande gewann laut letzten Hochrechnungen klar die zweite Runde bei der Wahl zur Nationalversammlung. Als klarer Verlierer geht die konservative UMP aus der Wahl hervor. Die Partei des abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy hatte im Parlament bisher das Sagen. Sie erlitt schwere Verluste und muss den Hochrechnungen zufolge in die Opposition. Ex-Außenminister Alain Juppe erkannte die "deutliche Niederlage" der UMP an und forderte eine "wirkliche Debatte" über die künftige Ausrichtung der Partei, in der nun auch ein Führungsstreit erwartet wird.
Den Einzug ins Parlament gesichert haben dürfte sich neben den Grünen erstmals seit 1997 die rechtsradikale Front National. Die Nichte der Parteichefin Marine Le Pen, Marion Marechal-Le Pen, hat den Einzug in die Volksvertretung geschafft. Die Front-National-Chefin selbst hat den Einzug ins Parlament verpasst.
Gescheitert sein dürften auch gleich zwei ehemalige Präsidentschaftskandidaten. Hollandes Ex-Partnerin Ségolène Royal (PS) verliert ebenso ihr Mandat wie Zentrums-Politiker François Bayrou.
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Fakten
Hollandes Sozialisten (PS) und ihre engen Verbündeten errangen gemäß dem Innenministerium 314 der insgesamt 577 Sitze im Parlament. Die konservative UMP (Union für eine Volksbewegung) und ihre Verbündeten, die bei der Parlamentswahl 2007 noch über 300 Sitze errungen hatten, stellen künftig nur noch 229 Abgeordnete. Einen Erfolg erzielte die rechtsextreme Front National (FN): Sie entsendet zwei Abgeordnete in die Nationalversammlung.
Das vom Innenministerium veröffentlichte Ergebnis beruht auf den Stimmen aus dem Mutterland und den französischen Überseegebieten. Die Stimmen der Franzosen im Ausland sind dabei nicht berücksichtigt.












