Franzosen in Wien: Wie sie wählten
Auch in Österreich lag Hollande vor Sarkozy. Nicht einmal 2,8 Prozent wählten Le Pen. Nur Strache sah Grund zum Jubeln.
Ausgerechnet am Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrags versammeln sich die wichtigsten Außenminister der EU in Wien. Einen Tag nach seiner innenpolitischen "Rede an die Nation" hat Vizekanzler Michael Spindelegger seine Kollegen Guido Westerwelle (Deutschland), Alain Juppé (Frankreich), Giulio Terzi (Italien), Jose Manuel García Margallo (Spanien), Radoslaw Sikorski (Polen) sowie die Chefdiplomaten von Belgien, Holland, Portugal, Luxemburg und des EU-Vorsitzes Dänemark nach Österreich eingeladen. Wegen der Präsidentschaftswahlen wackelt die Teilnahme des Franzosen. Nur die Briten fehlen - aus gutem Grund: Die "Elferbande", die schon mehrmals getagt hat, bastelt an konkreten Vorschlägen über die Weiterentwicklung der EU. Die Briten gelten als Bremser. In Wien will man sich mit der Bürgerbeteiligung in EU-Fragen beschäftigen.
Enormer Andrang am Sonntag vor dem französischen Konsulat in Wien: Bis zu einer Stunde mussten in Österreich lebende Franzosen, darunter Staatsoperndirektor Dominique Meyer, warten, um ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen. Um 21 Uhr hatte dann auch Wien ausgezählt: Auch in Österreich lag François Hollande mit 32,1 Prozent vor Nicolas Sarkozy (28,1 Prozent). Deutlich besser als in Frankreich schnitten der Zentrist François Bayrou (15,5 Prozent) und die Grüne Eva Jolly (10,2 Prozent) ab, eine Pleite erlebte Marine Le Pen: Der Front National kam gerade auf 2,8 Prozent (in Frankreich hingegen fast 18 Prozent).
Von den österreichischen Parteichefs gratulierte am Sonntag nur einer: Heinz-Christian Strache rühmte den Erfolg von Marine Le Pen, die erst kürzlich beim Burschenschafterball in Wien weilte. Das Ergebnis mache "den positiven und richtigen Kurs der Politik des Front National deutlich" und zeige, dass ein "Europa der Vaterländer" das Gebot der Stunde sei.











