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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2010 um 22:56 UhrKommentare

Jannach wich dem Scheuch-Strache-Pakt

Kärntner FPÖ-Chef Jannach trat zurück, weil die Partei in der FPK aufgehen soll. Enttäuschung an der Basis. Strache mit Buhrufen empfangen.

Mit Buhrufen empfangen: Strache war in Krumpendorf nicht willkommen

Foto © APAMit Buhrufen empfangen: Strache war in Krumpendorf nicht willkommen

Wer legt sich mit Verräter ins Bett? Strache!" "Postengarantie ist nicht Mut zur Heimat", "Jetzt werden wir zum dritten Mal verkauft" - Plakate mit diesen Aufschriften und Buhrufe begleiteten FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gestern Abend zur Sitzung des Landesparteivorstandes der Kärntner Blauen in einem Gasthaus bei Klagenfurt. Strache schüttelte niemand die Hand, sondern eilte an den enttäuschten Funktionären vorbei, um einen kleinem, im Vorfeld zum Großteil schon umgedrehten Kreis die endgültige Wiedervereinigung mit der Partei von Uwe Scheuch schmackhaft zu machen. Die kleinere FPÖ Kärnten muss in der größeren FPK aufgehen, wenn die Kooperation für die nächste Nationalratswahl einen Sinn haben soll.

"Anstand bewahrt"

Die größte Hürde hatte Montagnachmittag mehr oder weniger freiwillig Platz gemacht: Der Kärntner FPÖ-Obmann Harald Jannach trat zurück. Nationalratsabgeordneter bleibt er. Jannach wollte die blaue Landesgruppe eigenständig erhalten. "Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich die Kooperation für keine gute Variante für die FPÖ Kärnten halte", sagte Jannach. Nachdem er zur Kenntnis nehmen musste, dass ein Parteivorstandsmitglied nach dem anderen die Seiten wechselte, war für ihn der Rücktritt der "logische Schritt". Er sei sich selbst treu geblieben: "Ich habe meinen Anstand bewahrt, jetzt müssen andere der Parteibasis den Kooperationsvertrag erklären." Ob sich überhaupt noch jemand die Mühe macht, die von Franz Schwager und Jannach nach Jörg Haiders BZÖ-Abspaltung mühsam aufgebaute Parteistruktur zu erhalten und die Funktionäre zu betreuen, bleibt abzuwarten. Die Geschäfte übernahm vorerst Jannachs Stellvertreter, Rechtsanwalt Christian Leyroutz.

Nachdem Jannach den Weg freigemacht hatte, wurden die Kooperationsverhandlungen zwischen Scheuch und Strache schnell abgeschlossen. Der Inhalt des Paktes sollte noch gestern Abend von den Parteivorständen von FPÖ und FPK abgesegnet werden. Heute soll er der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Geschenke für die Überläufer?

In den Reihen der demonstrierenden FPÖler wurde heftig über "Geschenke für die Überläufer" spekuliert. Der Kärntner BZÖ-Chef Stefan Petzner sprach von "nordkoreanischen Verhältnissen": Jannach sei ein weiteres Opfer des Scheuch-Putsches und werde für seine jahrelange Treue und Standhaftigkeit bestraft.

ANTONIA GÖSSINGER

Foto

Foto © Eggenberger

Bild vergrößernParteichef Strache wurde von enttäuschten Parteimitgliedern mit dem Vorwurf ein "Verräter" zu sein, empfangenFoto © Eggenberger

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