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Zuletzt aktualisiert: 17.01.2010 um 19:58 UhrKommentare

Martinz bei Kärntnern "unten durch"

Die ÖVP-Spitze hat bei der Hälfte der Kärntner und bei Zweidrittel ihrer 2009-Wähler jeden Kredit verspielt, zeigt eine OGM-Umfrage.

Foto © OGM

Die "tief sitzende politische Frustration in Kärnten", die sich dem OGM-Meinungsforschungsinstitut in der Vorwoche bei einer Umfrage - im Auftrag der Kleinen Zeitung - darbot, bekommt neben der FPK (dem bisherigen BZÖ) auch massiv die ÖVP zu spüren. Parteiobmann Josef Martinz ist laut OGM-Chef Wolfgang Bachmayer bei den Kärntnern "unten durch". Nur 42 Prozent sind der Meinung, er soll an der ÖVP-Spitze verbleiben. 40 Prozent meinen, er sollte zurücktreten. Viel drastischer ist die Stimmungslage jener Wähler, die sich in der Umfrage als ÖVP-Wähler bei der Landtagswahl 2009 deklarierten. Von ihnen sind 63 Prozent der Meinung, Martinz sollte zurücktreten.

Ihren Kredit bei den Kärntnern haben aber ebenso die anderen schwarzen Spitzenrepräsentanten verspielt. Abgefragt wurden Martinz, Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher, Klubchef Stephan Tauschitz, sowie Landesparteisekretär und Reserve-Landesrat Achill Rumpold. Mehr als die Hälfte aller Befragten und 70 Prozent der ÖVP-Wähler des Jahres 2009 halten keinen geeignet, Spitzenkandidat bei der nächsten Landtagswahl zu sein.

Die schlechte Entwicklung und das schlechte Image Kärntens, die der Landespolitik angelastet werden, der Parteienförderungsskandal und vor allem das Hypo-Desaster sind die Gründe für die politische Frustration im Lande.

Hypo-Hypothek

Martinz wird nach Ansicht von Bachmayer vor allem die Hypo angelastet, nachdem der zweite politische Spieler, Jörg Haider, nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Der ÖVP-Chef war in den Verkauf der Bank involviert und hat seinem privaten Steuerberater Dietrich Birnbacher dabei ein Honorar von zwölf Millionen Euro zugeschanzt, das erst auf öffentlichen Druck angeblich um die Hälfte reduziert wurde.

Die Kärntner sind überzeugt, dass wegen der Hypo noch weitere Probleme auf das Land zukommen werden. In der OGM-Umfrage waren 85 Prozent dieser Meinung, von den deklarierten ÖVP-Wählern bei der Landtagswahl 2009 sogar 98 Prozent.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten (65 Prozent) ist auch der Ansicht, dass der Verkauf der Hypo dem Land eher geschadet hat, von den deklarierten ÖVP-Wählern sind 95 Prozent dieser Meinung.

Sonntagsfrage

Bei der "Sonntagsfrage", der Frage nach dem Wahlverhalten bei Landtagswahlen am kommenden Sonntag, kann die ÖVP von den Turbulenzen bei ihrem Koalitionspartner überhaupt nicht profitieren. Sie schneidet schlechter ab als 2009. Bei der Landtagswahl kam die ÖVP auf 16,8 Prozent, jetzt in der Umfrage auf 15 Prozent. OGM stellte auch die "Sonntagsfrage" zur Nationalratswahl. Da käme die ÖVP in Kärnten auf 26 Prozent. Bachmayer zeigte sich von der klaren Differenzierung der Wähler überrascht. Ein Indiz mehr, dass die Bundes-ÖVP in Kärnten nicht mehr lange zuschauen wird.

ANTONIA GÖSSINGER

Nutzen

Grafik © OGM

Grafik vergrößernHat der Verkauf der Hypo Alpe Adria dem Land eher genutzt oder geschadetGrafik © OGM

Weitere Probleme?

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Grafik vergrößernGlauben Sie, dass diese Angelegenheit nun für Kärnten erledigt ist oder dass deswegen noch weitere Probleme für Kärnten kommen werden?Grafik © OGM

Josef Martinz

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Grafik vergrößernSoll Josef Martinz die Kärntner ÖVP weiter anführen oder zurücktreten?Grafik © OGM

Nachfolger in der ÖVP

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Grafik vergrößernWen halten Sie für am besten geeignet, die Kärntner ÖVP bie den nächsten Wahlen zum Erfolg zu führen?Grafik © OGM

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