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  • 20. September 2014 03:58 Uhr | Als Startseite
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    Heftiger "Aussendungsstreit" zwischen FPK und Petzner Auflösung der Kärntner FPÖ für Bundespartei kein Thema Voriger Artikel Aktuelle Artikel: FPÖ-BZÖ Nächster Artikel Heftiger "Aussendungsstreit" zwischen FPK und Petzner Auflösung der Kärntner FPÖ für Bundespartei kein Thema
    Zuletzt aktualisiert: 16.01.2010 um 21:50 UhrKommentare

    Klarer Sieg für Uwe Scheuch

    Die bisher orangen Freiheitlichen in Kärnten sagten bei turbulenten Parteitag einstimmig "Ja" zur Rückkehr zur FPÖ und wählten Scheuch mit 90,15 Prozent. BZÖ-Chef Bucher akzeptiert Ergebnis, gibt aber nicht auf.

    Uwe Scheuch: Jubel beim Parteitag

    Foto © ReutersUwe Scheuch: Jubel beim Parteitag

    "Lieber Jörg hilf uns die Verräter zu verscheuchen." Die auf einem großen Transparent mitgetragene Anrufung des toten Übervaters Jörg Haider nutzte BZÖ-Chef Josef Bucher und seinem Generalsekretär Stefan Petzner nichts. Sie und die wenigen Mitstreiter, die gestern nach Klagenfurt gekommen waren, verloren den Kampf um den Erhalt des BZÖ Kärnten klar. Zuerst bestätigten die Delegierten zum Parteitag der Freiheitlichen in Kärnten (FPK) Uwe Scheuch als Parteichef mit 90,15 Prozent, Die Zustimmung zur Kooperation mit der FPÖ von Heinz-Christian Strache war dann nur noch Formsache und fiel in offener Abstimmung einstimmig aus.

    Jedes andere Ergebnis hätte angesichts der generalstabsmäßigen Inszenierung überrascht. "Für ein starkes Kärnten" prangte als Motto an der Stirnseite des antiquierten Konzerthaussaales. Während Scheuch mit der gesamten Führungsmannschaft der Kärntner Partei unter lautstarker Musikbegleitung einzog, stellte sich Bucher vor dem Haus noch den Interviews der Journalisten von über 60 Medien. In den Saal durften nur Delegierte. Der BZÖ treue Abgeordnete Stefan Markowitz wurde hinaus eskortiert. So weit waren viele ehemalige Delegierte gar nicht gekommen, Sie waren nicht eingeladen worden, auch wenn Scheuch versicherte, es hätte keine Manipulationen gegeben. Dass es angesichts vieler gespaltener Ortsgruppen quer durch das Land am Parteitag für Scheuch nur Jubel und Bucher nur Buhrufe gab, war aber doch eigenartig.

    Einpeitscher Dörfler

    Den Einpeitscher für Scheuch gab Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Er schien das Parteitagspodium mit der Kanzel eines Faschings-Büttenredners zu verwechseln, verbreiterte sich über "die Brennesselsuppe", die ihm sein "Schatzi" kocht und klagte über die Medien. In der Sache gestand er ein, "dass in der Kommunikation Fehler gemacht wurden" und erklärte die Notwendigkeit der Kooperation mit der FPÖ damit, "dass wir wieder entscheiden, wer in Wien regiert".

    Scheuch streifte immerhin "die vielen Schwierigkeiten in diesem Land" und den Vertrauensverlust bei den Wählern, den die jüngste OGM-Umfrage - im Auftrag der Kleinen Zeitung - deutlich zeigt. Durch die Rückkehr zur FPÖ könne man "ein gestaltender Faktor in Österreich werden", sagte Scheuch. Weil Rot und Schwarz dies erkannt hätten, gäbe es die "Kampagne" gegen ihn - die Korruptionsvorwürfe, an denen er als strafbare Handlung nur die Tonband-Aufnahme erkannte.

    Das Jahr 2010 müsse eine neue Ära einleiten, mit der politischen Unkultur müsse man aufhören, sagte Scheuch, ehe er mit Minuten langen stehenden Ovationen bedacht wurde. In den Genuss politischer Kultur kamen Bucher und Petzner noch nicht. Ihr Mikrofon wurde auf die halbe Lautstärke gedrosselt, sie wurden ausgebuht, ausgepfiffen und Delegierte verließen bei ihren Reden scharenweise den Saal, ihre Anhänger mussten sich im Foyer mit einer Ton-Übertragung begnügen. Scheuch mahnte wenigstens Ruhe ein. Nach dem Tod von Jörg Haider hatte Petzner im gleichen Saal vom Großteils gleichen Publikum den mit Abstand größten Applaus bekommen.

    Bucher beschwörte "Überzeugung und Gesinnung". Er fühle sich Jörg Haider und jenen verpflichtet, "die mit diesen Methoden nicht einverstanden sind". Er hatte Scheuchs Vorgehen am 16. Dezember als "kalten Putsch" bezeichnet.

    Abservierter Petzner

    "Die Wähler haben das BZÖ gewählt. Sie und die Parteibasis werden jetzt enttäuscht, verraten und an Strache verkauft", formulierte Petzner viel kantiger. Der Parteiobmann habe die BZÖ-Bundesspitze "beinhart angelogen". Es sei "menschlich enttäuschend", von denen den Sessel vor die Tür gestellt zu bekommen, für die er erfolgreiche Wahlkämpfe geleitete habe, sagte Petzner. Scheuch verwehrte ihm gestern auf der Bühne sogar den Handschlag. Nach nur einstündiger Diskussion war die Sache gelaufen, aus dem BZÖ Kärnten die FPK geworden, so dass Scheuch und Dörfler in Jubel-Taumel verfallen konnten. "Wir bleiben am Gipfel, wir lassen uns nicht mehr herunterholen", überschlug sich der Landeshauptmann vor Freude. Für den bestätigten Parteichef gab es vom Großkirchheimer Bürgermeister Peter Suntinger ein symbol-trächtiges Geschenk: einen Bergsteiger-Pickel aus den 1930-er-Jahren, wie er ausdrücklich betonte.

    ANTONIA GÖSSINGER

    Fakten

    Insgesamt waren - laut Parteichef Scheuch - 347 Delegierte zum Parteitag gekommen, beim letzten Mal im November 2008 waren es 360 gewesen.

    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernClaudia Haider, Witwe von Jörg Haider, wurde nicht zum Parteitag eingeladenFoto © APA

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