Beratungen über Zukunft Bosniens in Brüssel
In Brüssel starten am heutigen Dienstag entscheidende internationale Gespräche über die Zukunft von Bosnien-Herzegowina.

Foto © APIn Brüssel wird über die Zukunft von Bosnien-Herzegowina beraten
So soll der bosnische
Friedensimplementierungsrat (Peace Implementation Council, PIC) bis
zum morgigen Mittwoch über eine Fortsetzung des Mandats für den
internationalen Bosnien-Beauftragten Miroslav Lajcak entscheiden.
Parallel dazu hat EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn für Mittwoch und
Donnerstag eine Reihe von bosnischen Spitzenpolitikern nach Brüssel
eingeladen, um über weitere Schritte des Landes zur EU-Annäherung zu
sprechen.
EU mahnt zu Reformen. Rehn mahnte die bosnischen Spitzenpolitiker am Dienstag zu
weiteren Reformen. Die Paraphierung eines Annäherungsabkommens mit
der EU im Dezember habe der europäischen Agenda in dem Land
Aufschwung verliehen, teilte er in Brüssel mit. Die politische
Führung müsse aber weitere Schritte unternehmen. Die EU mache die
Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA)
insbesondere von der Zusage zur gesetzlichen Umsetzung der
Polizeireform abhängig. Rehn will mit den bosnischen Politikern aber
auch weitere Bedingungen für eine Unterzeichnung des Abkommens
erörtern. Als solche nannte er die volle Zusammenarbeit des Landes
mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal, die Reform des öffentlichen
Rundfunks sowie die Verwaltungsreform.
Drohung mit Abspaltung. In Brüssel werden unter anderem der Vorsitzende des bosnischen
Staatspräsidiums, Zeljko Komsic, sowie die bosniakischen und
serbischen Vertreter im Staatspräsidium, Haris Silajdzic und Nebojsa
Radmanovic erwartet. Weiters sollen Ministerpräsident Nikola Spiric,
der Regierungschef der bosnisch-serbischen Republik Milorad Dodik an
den Beratungen mit der EU teilnehmen. Die Serben in Bosnien haben
nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ihrerseits in einer
Parlamentsresolution mit einer Abspaltung von Bosnien-Herzegowina
gedroht
Features
PIC
Der PIC wurde 1995 anlässlich der Friedenskonferenz in London gegründet. Er umfasst 55 Staaten und internationale Organisationen, die den Friedensprozess in Bosnien-Herzegowina auf unterschiedliche Art unterstützen sollen.











