Haider hat die notwendigen 15.000 Unterschriften
Die Entscheidung über Befragung in Kärnten liegt bei Landeswahlbehörde. Verfassungsabteilung erhebt schwere Bedenken gegen EU-Vertrag.
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (B)
hat die erste Hürde im Kampf gegen den EU-Reformvertrag geschafft.
Man habe die zur Einleitung einer Volksbefragung in Kärnten
erforderlichen 15.000 Unterschriften gesammelt, gab er am Sonntag der
APA bekannt. Gleichzeitig präsentierte er die Stellungnahme der
Landesverfassungsabteilung zum Vertragswerk, die eine Reihe
schwerwiegender Kritikpunkte enthält. So sei mit dem Vertrag eine
"Gesamtänderung der Bundesverfassung" verbunden, was laut Haider eine
Volksabstimmung zwingend vorschreibe.
Unterschriftenaktion.
Die vom BZÖ Mitte November gestartete Unterschriftenaktion war mit
einer viel diskutierten Kampagne einhergegangen. Haiders Sprecher und
geschäftsführender Landesparteichef Stefan Petzner hatte landesweit
Plakate affichiert, auf welchen sich die drei Kärntner Wappenlöwen
auf die EU-Fahne stürzen. Der Slogan lautete: "Wir Patrioten gegen
die EU-Chaoten". Jetzt habe man die 15.000 Unterschriften beisammen,
doch die Kampagne gehe weiter, da man ganz sicher sein wolle, sagte
Haider: "Besser mehr Unterschriften als einige zu wenig."
Landeswahlbehörde.
Ob es wirklich zu einer Volksbefragung kommt, ist allerdings noch
offen. Die Landeswahlbehörde muss nämlich entscheiden, ob es sich
beim EU-Vertrag um eine Causa handelt, die in den Wirkungsbereich
beziehungsweise die Zuständigkeit des Landes Kärnten fällt. "Nur dann
ist die Wahlbehörde berufen, durch die Landesregierung eine
Volksbefragung anordnen zu lassen", erklärte der Leiter der Abteilung
Wahlen und Staatsbürgerschaft, Herbert Hauptmann, im Gespräch mit der
APA.
Anspruch.
Hauptmann obliegt auch die Prüfung, ob es sich tatsächlich um
15.000 korrekt eingebrachte Unterschriften handelt, die vom BZÖ in
den vergangenen Wochen gesammelt wurden. Dies werde einige Tage in
Anspruch nehmen, danach werde er unverzüglich die Landeswahlbehörde
einberufen. Diese werde die Unterschriften nochmals prüfen und sich
danach mit der Causa an sich befassen. Wie lange dieses Procedere
dann dauert, kann laut Hauptmann nicht vorhergesagt werden: "Das
hängt davon ab, wie es politisch gespielt wird, ob man sofort
abstimmt oder noch Gutachten einholt."











