EU-Klimapaket wird Strompreise 2020 um 10 bis 15 Prozent verteuern
Die Vorschläge für eine Reduktion der Treibhausgasemissionen in Europa bis 2020 um ein Fünftel, die die EU-Kommission am Mittwoch vorlegt, werden teuer.

Foto © APEin Fünfetl der Emissionen sollen reduziert werden
Laut eigenen
Schätzungen der EU-Behörde werden die Strompreise durch die geplanten
Umweltauflagen um rund 10 bis 15 Prozent steigen, hieß es am Montag
in Brüssel. Die direkten Kosten für die EU-Wirtschaft werden mit
maximal 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beziffert.
Kern des Paktes. Im Kern des so genannten Klima- und Energiepakets zur Erreichung
der Klimaziele steht die Reduktion des Treibhausgasausstoßes der
Industrie um 21 Prozent gegenüber 2005 und die Neuausrichtung des
Emissionshandelssystems. Laut den bisherigen Entwürfen werden
Kraftwerks- und Raffineriebetreiber ab 2013 ihre CO2-Zertifikate zur
Gänze ersteigern müssen. Für die produzierende Industrie, die im
globalen Wettbewerb steht, sind zu Beginn noch Gratiszertifikate
vorgesehen, ab 2020 müssten jedoch auch diese Unternehmen für
Verschmutzungsrechte voll zahlen.
"Klima-Zölle. Die Entscheidung, ob es für bestimmte besonders energieintensive
Branchen wie Stahl-, Zement-, oder Chemieindustrie länger
Gratiszertifikate oder "Klima-Zölle" auf Importprodukte geben soll,
will die EU-Kommission allerdings erst 2010 bzw. 2011 fällen. Bis
2009 soll laut den Beschlüssen der Klimakonferenz in Bali im Dezember
eine neues internationales Klima-Abkommen stehen, das auch USA, China
und Indien einbindet. Erst wenn klar sei, dass keine solche
Vereinbarung zu Stande kommt will Brüssel entscheiden. Die Industrie
drängt dagegen schon jetzt auf eine klare Festlegungen. Am Montag
haben Vertreter der Stahlindustrie, darunter voestalpine-Chef
Wolfgang Eder, neuerlich bei Industriekommissar Günter Verheugen ihre
Anliegen vorgebracht.
Welche Branchen. Welche Branchen tatsächlich in den Genuss von Schutzmaßnahmen
kommen, werde auch davon abhängen, ob diese die höheren Umwelt-Kosten
an ihre Kunden weitergeben können, wie etwa in der E-Wirtschaft,
heißt es in Brüssel. Diese Branchen haben laut EU-Kommission von der
Gratiszuteilung der Zertifikate bisher massiv profitiert.
Haushalte. Strittig war bis zuletzt, wie stark die Mitgliedstaaten ihre
CO2-Emissionen im Bereich Verkehr und Haushalte senken müssen. Die EU
will den Treibhausgasausstoß in diesem Bereich um insgesamt 10
Prozent gegenüber 2005 reduzieren, wobei ärmere Länder wenige rund
reichere Länder mehr zu dem Gesamtziel beitragen müssen. Österreich
muss hier dem Vernehmen nach bis 2020 rund 16 Prozent CO2 einsparen.
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Fakten
Die EU will den Treibhausgasausstoß um insgesamt 10 Prozent gegenüber 2005 reduzieren, wobei ärmere Länder wenige rund reichere Länder mehr zu dem Gesamtziel beitragen müssen. Österreich muss hier dem Vernehmen nach bis 2020 rund 16 Prozent CO2 einsparen.











