Neujahrsansprache Fischer: Regierung sollte an einem Strang ziehen
Der Bundespräsident spricht sich gegen eine schwarz-weiß-Malerei aus. Zum EU-Vertrag sagte das Staatsoberhaupt es handle sich weder um eine Bedrohung für unsere Souveränität und nicht um die Wurzel zahlreichen Übels.

Foto © APABundespräsident Heinz Fischer
Bundespräsident Heinz Fischer hat in seiner
Neujahsansprache die Regierungsparteien aufgerufen, an einem Strang
zu ziehen, anstatt sich gegenseitig öffentliche Vorhaltungen zu
machen. Zum EU-Vertrag sagte das Staatsoberhaupt in seiner Dienstag
abend im Fernsehen ausgestrahlten Rede, es handle sich weder um eine
Bedrohung für unsere Souveränität und nicht um die Wurzel zahlreichen
Übels, aber auch um keine Wunderdroge zur Lösung der europäischen
Probleme. Für 2008 forderte Fischer, "Rückenwind für Wissenschaft und
Forschung" zu schaffen und das "Potential der weiblichen Hälfte
unsere Bevölkerung im Sinne realer Gleichberechtigung voll zur
Geltung zu bringen".
Leistungsfähigkeit der Wirtschaft.
Darüber hinaus müsse die Leistungsfähigkeit der österreichischen
Wirtschaft weiter gesteigert werden. "Aber gleichzeitig müssen wir
bemüht sein, den wirtschaftlichen Ertrag gerecht zu verteilen, denn
die Bedachtnahme auf soziale Gerechtigkeit ist eine entscheidende
Voraussetzung für die Qualität und Stabilität unserer Gesellschaft".
Schwarz-weiß-Malerei.
Fischer plädierte dafür, von einer schwarz-weiß-Malerei abzugehen
und zu einer "differenzierten Betrachtung" zu gelangen. Es sei schon
richtig, wenn der frühere Bundeskanzler Fred Sinowatz (S) erklärt
habe, dass alles sehr kompliziert sei. Dafür sei Sinowatz gescholten
und sogar ausgelacht worden. Allerdings stimme es, dass "die meisten
Probleme auf unserer politischen und gesellschaftlichen Tagesordnung
tatsächlich sehr komplex und nicht nach einem simplen
schwarz-weiß-Schema zu beantworten" sei.
Gute Entwicklung 2007.
Der Bundespräsident zeigte sich froh über die gute Entwicklung des
abgelaufenen Jahres. "Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, unsere
Wirtschaft und vor allem die Exporte sind eindrucksvoll gewachsen und
auf dieser Basis konnten auch im Bereich der sozialen Sicherheit
wichtige Maßnahmen in Angriff genommen werden". Fischer kritisierte
allerdings, dass zwei Fünftel aller Gesetze, die im Vorjahr
beschlossen wurden, "erst in den letzten drei Sitzungstagen im
Dezember auf der Tagesordnung des Nationalrats standen. Das kann der
Qualität der Gesetze nicht förderlich sein". Abschließend wünschte
das Staatsoberhaupt den Österreichern auch eine "spannende
Fußballeuropameisterschaft".
Features
Fischer
Am Ende seiner Neujahrs-
ansprache wünschte
das Staatsoberhaupt den Österreichern auch eine "spannende
Fußball-
europameisterschaft".
Foto

Fischer fordert: "Rückenwind für Wissenschaft und Forschung"Foto © APA
Neujahr
BZÖ-Obmann Westenthaler hat Bundespräsident Fischer aufgefordert, sich für eine Volksbefragung über den "Knebelvertrag" der EU von Lissabon einzusetzen. Er warf dem Staatsoberhaupt vor, bereits am ersten Tag 2008 in dieser Frage die Österreicher "schmählich im Stich" zu lassen.
Foto

Peter WestenthalerFoto © AP














