Nahost: EU lobt "historischen Schritt" von Annapolis
Die Europäische Union hat die Ankündigung neuer Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern als "historischen Schritt" begrüßt.
In einer Erklärung der derzeitigen
portugiesischen Ratspräsidentschaft vom Mittwoch in Brüssel wird auch
die bei der internationalen Nahost-Konferenz in Annapolis erklärte
Absicht, bis Ende 2008 ein Ergebnis zu erzielen, begrüßt. "Die
Annapolis-Konferenz stellt einen Wendepunkt für die regionalen und
internationalen Partner in der Unterstützung eines gerechten,
dauerhaften und umfassenden Friedens im Nahen Osten dar", erklärte
die Ratspräsidentschaft.
"Aktive Rolle".Die EU, die auch dem Nahost-"Quartett" angehört, werde weiterhin
eine "aktive Rolle" bei der Unterstützung der schrittweisen
Wiederaufnahme eines politischen Prozesses zwischen Israelis und
Palästinensern spielen. Die EU sei auch zu "weitreichender
Unterstützung" beim Aufbau eines funktionierenden palästinensischen
Staatswesens bereit. Auch die Hilfen für wirtschaftliche und
finanzielle Unterstützung würden in Abstimmung mit dem "Quartett"
(EU, Russland, UN, USA) fortgesetzt.
Nicht ohne Wehnmut. Der SPÖ-Europaabgeordnete und Vizevorsitzende der SPE-Fraktion im
EU-Parlament, Hannes Swoboda, begrüßt die Ergebnisse von Annapolis,
wenngleich nicht ohne Wehmut: "Die Vereinbarung ist natürlich
eindeutig zu begrüßen. Sie entspricht auch einer langjährigen
Forderung der EU. Allerdings zeigt sich darin auch gleichzeitig ein
deutliches Zeichen der Schwäche der EU, die eine solche Vereinbarung
selbst nicht zustande gebracht hat und in Annapolis als Zaungast
fungierte."
Gesprächspartner. "Wenn es in Zukunft um die Umsetzung eines noch auszuhandelnden
Friedensplans und die Finanzierung geht, wird die EU wieder ein
gefragter Gesprächspartner werden. Die Erklärung von George Bush
deckt außerdem eine Reihe von noch zu lösenden Problemen zu, die
wahrscheinlich ebenfalls ein europäisches Engagement benötigen
werden", so Swoboda, der gleichzeitig meint, es sei fraglich, ob eine
Friedenslösung ohne Einbeziehung des Iran erreichbar ist.











