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Zuletzt aktualisiert: 13.11.2007 um 22:52 Uhr

EU-Gelder: Agrarhilfen für Golfer und Reitklubs

Die EU verschwendet Milliarden an Fördermitteln. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht des Europäischen Rechnungshofes hervor.

Fördergelder werden vor allem im Agrarsektor missbraucht

Foto © www.pixelio.de / ZuccheroFördergelder werden vor allem im Agrarsektor missbraucht

Durch Schlamperei, Misswirtschaft, mangelnde Kontrolle und dreiste Bereicherung gehen der Europäischen Union jährlich Milliarden Euro verloren. Zu diesem vernichtenden Urteil gelangt der Europäische Rechnungshof in seinem Bericht zum EU-Haushalt 2006. Darin üben die Rechnungsprüfer scharfe Kritik an der Ausgabenpraxis der Gemeinschaft und rügen, dass es bei der Verwaltung der EU-Gesamtausgaben von 106,6 Milliarden Euro im Vorjahr zu gravierenden Mängeln kam.

Meinung

Herbert Bösch, SPÖ-Europaabgeordneter und Vorsitzender des Haushalts-Kontroll-
ausschusses im EU-Parlament, spricht von einem "Desaster", für das mangelhafte Kontrollen der Länder und EU-Kommission verantwortlich seien.

Unrechtmäßig. Besonders krasse Missstände herrschen demnach bei den Strukturausgaben, die eigentlich dazu dienen sollten, ärmeren Regionen auf die Sprünge zu helfen. Von den 32 Milliarden Euro, die im Vorjahr hier ausgegeben wurden, hätten mindestens zwölf Prozent oder 3,9 Milliarden Euro nie bewilligt werden dürfen. Das sagt EU-Rechnungshofpräsident Hubert Weber, der den Bericht am Dienstag in Brüssel vorgestellt hat. Als besonders frivoles Beispiel führen die Prüfer die Zahlung von Agrarhilfen an Eisenbahnen, Reitklubs und Golfplätze an.

Defizite auch in Österreich. Auch Österreich kommt im Bericht nicht ungeschoren davon. So wird bemängelt, dass die Alpenrepublik neben Irland und Großbritannien bestimmte Betriebsprämien für Landwirte vorschriftswidrig vergebe - ein Missstand, der sich jährlich mit 60 Millionen Euro niederschlage. Defizite sehen die Prüfer auch bei der Abwicklung des grenzüberschreitenden Interreg-Programms zwischen Österreich und Ungarn.

Um ein Viertel zu viel kassiert. Doch auch das EU-Parlament muss sich Kritik gefallen lassen. So hätten die Mandatare im Vorjahr Sekretariatszulagen in Höhe von 132 Millionen Euro kassiert. Die Belege über die rechtmäßige Verwendung deckten 2004 aber nur 27,2 Prozent und 2005 nur 22,5 Prozent der Ausgaben.

STEFAN WINKLER, BRÜSSEL

Fakten

Häufigste Ursachen der Miss-wirtschaft bei EU-Geldern sind Fahrlässigkeit, mangelnde Kenntnis der EU-Regeln für die Mittelverteilung und gezielte Betrugsversuche.

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Fakten

Auch im Agrarsektor, der mit knapp 50 Milliarden Euro rund 47 Prozent des Gesamt-haushalts ausmacht, haben Landwirte in einem Viertel der geprüften Fälle Subventionen für gar nicht existierende Flächen beantragt.

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