CSU zieht positives Fazit der Zeit nach Stoiber
Bayerns Ministerpräsident Beckstein sieht den Amtswechsel in der Partei und der Regierung "gut bewältigt".

Foto © APErwin Huber, Edmund Stoibers Nachfolger bekommt großes Lob
Ein Jahr nach dem Sturz von Edmund Stoiber
hat die CSU ein positives Fazit ihrer politischen Arbeit gezogen.
"Das war eine schwierige und auch gefährliche Operation, das weiß
jeder", sagte der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein am
Dienstag auf der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad
Kreuth. Die Operation sei aber gut gelungen. Beckstein bezog sich
dabei auf die turbulente Klausurtagung im vergangenen Jahr, die
Stoibers Abgang als Parteichef und bayerischer Ministerpräsident
eingeläutet hatte.
Gute Umfrage-Ergebnisse. Beckstein sagte, dass die Operation gut gelungen sei, sehe man an
den Umfragen der letzten Tage. Zu den guten Ergebnissen habe auch
Stoiber selbst beigetragen, sagte Beckstein, er hob aber auch die
Zusammenarbeit mit der CSU-Landesgruppe und Parteichef Erwin Huber
hervor.
Wechsel "gut bewältigt". Er sei gefragt worden, ob es gut sei, dass man seit dem Abgang
Stoibers in Berlin nicht mehr nur dessen Stimme, sondern viele
Stimmen höre, erklärte Beckstein. "Ich sage, ich halte es für etwas
Positives, wenn damit die Breite der politisch verantwortlichen,
herausragenden Persönlichkeiten in der CSU stärker betont wird."
Stoiber habe die CSU-Politik gerade in der Zeit seiner
Kanzlerkandidatur dominiert. Der Wechsel an der Spitze, der vielfach
nicht gutgeheißen worden sei, sei "gut bewältigt worden". Beckstein
sprach von einer "Riesenaufgabe, die die CSU insgesamt gelöst hat".
Zusammenarbeit in der Partei. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer hob die gute Zusammenarbeit
mit der Partei hervor. Mit Blick auf Becksteins bisherige Amtszeit
sagte er, "das waren 91 Tage ausgesprochen erfolgreiches
Ministerpräsidententum und exzellenter Zusammenarbeit mit der
CSU-Landesgruppe". Es zeige sich schon jetzt, dass es sich wie in
früheren Phasen der Parteigeschichte auch hier bewähre, die Ämter des
Ministerpräsidenten und des Parteivorsitzenden auf verschiedene
Schultern zu verteilen.
TV-Duell. SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget will Ministerpräsident
Günther Beckstein (CSU) vor der Landtagswahl im September zu einem
Fernsehduell herausfordern. "Es gehört heute zur demokratischen
Kultur, dass man dem Wähler anbietet, die beiden Kontrahenten um das
Amt des Ministerpräsidenten direkt zu erleben, um sich so ein
persönliches Bild von ihnen machen zu können", sagte Maget der
Zeitung "Der neue Tag" (Mittwoch). Er hoffe, dass Beckstein anders
als sein Vorgänger Edmund Stoiber "die Fairness und den Mut
aufbringt, sich der direkten Auseinandersetzung mit mir zu stellen".
Features
Fakten
Edmund Stoiber war von 1999 bis 2007 Vorsitzender der CSU. Seit 28. Mai 1993 war er Minister-











