Verteidigungspolitik: Weiter Zwist SPÖ-ÖVP um NATO-Option
Swoboda: Völlig sinnlos, Karas: Nach Aufbau von europäischem Verteidigungs- und Sicherheitssystem kann es sich auflösen.

Foto © APAChristopher Drexler geht in die Gegenoffensive
Die Debatte über Neutralität und NATO-Option in
der Verteidigungsdoktrin setzt sich fort. Am Rande der Sitzung des
EU-Parlaments in Straßburg erklärte der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes
Swoboda gegenüber der APA, die NATO-Option sei "völlig sinnlos".
Dagegen sieht der ÖVP-Fraktionsführer im EU-Parlament, Othmar Karas,
keinen Grund, an der NATO-Option zu rütteln.
Aufbau.
Karas sagte auf Anfrage der APA, "wir treten für den Aufbau eines
europäischen Verteidigungs- und Sicherheitssystems ein". Inwieweit
sich ein solches System der NATO-Strukturen bediene, stehe in
Diskussion. "Ich sehe aber keine Veranlassung, die
Verteidigungsdoktrin zu ändern. Wir haben die NATO-Option, solange
wir kein europäisches Verteidigungs- und Sicherheitssystem haben".
Und wenn wir ein solches haben? - "Danach kann es (die NATO-Option,
Anm.) in dieser Verteidigungsunion sich auflösen".
Unrealistisch.
Swoboda meinte, die NATO habe sich nicht geändert. Und auf
absehbare Zeit sei dies auch völlig unrealistisch. "Deshalb ist die
einzige Änderung die Herausnahme der NATO-Option" aus der
Verteidigungsdoktrin. Er verwies darauf, dass viele EU-Länder mit
größerer Begeisterung Mitglieder der NATO als der Europäischen Union
seien. Für die Neutralität habe dies alles jedenfalls keine
Auswirkung. "Bisher hat uns die Neutralität nie daran gehindert, an
der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik teilzunehmen". Und
schließlich beruhe jede Teilnahme an einem militärischen Einsatz auf
der Entscheidung des jeweiligen Mitgliedslandes. Die Neutralität
bezeichnete Swoboda als flexibel, es gebe heute eine offene
Diskussion, aber "das ist kein Grund für eine Änderung".
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