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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2007 um 15:56 Uhr

Kommissionsexperte: Milchquoten-System in der EU 2015 zu Ende

Thorkild Rasmussen argumentierte, das Quotensystem bringe mehr Nachteile als Vorteile, da die Quoten Wettbewerbsfähigkeit und Strukturentwicklung hemmen würden. Diese hätten in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik der EU keine Rechtfertigung mehr.

Foto © APA

Der Milchexperte der Europäischen Kommission, Thorkild Rasmussen, hat den Teilnehmern einer vom ÖVP-Bauernbund organisierten milchwirtschaftlichen Tagung am Freitag in Gmunden in Oberösterreich eine schlechte Nachricht überbracht: "Eine Fortführung des Milchquotensystems der EU über das Jahr 2015 hinaus scheint nach derzeitigem Stand der Dinge als unwahrscheinlich", stellte er fest. Der Bauernbund ist jedoch gegen eine Total-Liberalisierung des EU-Milchmarktes.

Verlängerung gefordert. Der Präsident des Bauernbundes, Fritz Grilltisch, kündigte demgegenüber an: "Wir kämpfen mit voller Kraft gegen die Total-Liberalisierung des EU-Milchmarktes, um unsere Milchbauern in den benachteiligten Gebieten des Alpenraumes zu schützen". Es sei weiterhin ein europäisches Bekenntnis zur Milchproduktion im Grünland der Berggebiete notwendig, andernfalls drohe tausenden Milchbauern das Aus. Es gebe jedoch derzeit nur sechs Länder, die als Verbündete gemeinsam mit Österreich für eine Verlängerung der Quotenregelung eintreten würden - Finnland, Portugal, Spanien, Frankreich, Slowenien und Griechenland. "Nun gilt es, Verbündete zu suchen, um die Kräfte und Anstrengungen im Interesse unserer Milchbauern zusammenzuführen", stellte Grillitsch fest.

Christian Rosenwirth vom Landwirtschaftsministerium bestätigte, dass sich Österreich weiterhin für eine Verlängerung der Milchquotenregelung einsetzen werde. In Österreich kämen 80 Prozent der Milchproduktion aus dem benachteiligten Gebiet - davon 65 Prozent aus dem Berggebiet. Wenn es zum Ausstieg aus dem Quotensystem komme, sei ein "Sicherheitsnetz" notwendig. Im Spätsommer sollen die Ergebnisse einer österreichischen Milchquotenstudie, die als Entscheidungshilfe für Politik, Milchproduzenten und Molkereien dienen soll, vorliegen. Der Milchexperte des Landwirtschaftsministeriums erklärte, dass Österreich die Herausforderungen durch Produkte mit höherer Wertschöpfung abfedern könne. Entscheidend für eine künftige Milchpreisentwicklung seien außerdem die Auswirkungen der Bioenergie in der Frage Energie- statt Futterflächen und zusätzliche Absatzpotenziale.

Die österreichischen Milchbauern haben im Ende März beendeten Quotenjahr 2006/07 ihre Anlieferungsmengen erneut überschritten und um 91.776 t zu viel Milch an die Molkereien geliefert. Dafür ist eine so genannte Zusatzabgabe von 26,2 Mio. Euro nach Brüssel zu bezahlen.


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