Kommissionsexperte: Milchquoten-System in der EU 2015 zu Ende
Thorkild Rasmussen argumentierte, das Quotensystem bringe mehr Nachteile als Vorteile, da die Quoten Wettbewerbsfähigkeit und Strukturentwicklung hemmen würden. Diese hätten in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik der EU keine Rechtfertigung mehr.

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Der Milchexperte der Europäischen Kommission,
Thorkild Rasmussen, hat den Teilnehmern einer vom ÖVP-Bauernbund
organisierten milchwirtschaftlichen Tagung am Freitag in Gmunden in
Oberösterreich eine schlechte Nachricht überbracht: "Eine Fortführung
des Milchquotensystems der EU über das Jahr 2015 hinaus scheint nach
derzeitigem Stand der Dinge als unwahrscheinlich", stellte er fest.
Der Bauernbund ist jedoch gegen eine Total-Liberalisierung des
EU-Milchmarktes.
Verlängerung gefordert. Der Präsident des Bauernbundes, Fritz Grilltisch, kündigte
demgegenüber an: "Wir kämpfen mit voller Kraft gegen die
Total-Liberalisierung des EU-Milchmarktes, um unsere Milchbauern in
den benachteiligten Gebieten des Alpenraumes zu schützen". Es sei
weiterhin ein europäisches Bekenntnis zur Milchproduktion im Grünland
der Berggebiete notwendig, andernfalls drohe tausenden Milchbauern
das Aus. Es gebe jedoch derzeit nur sechs Länder, die als Verbündete
gemeinsam mit Österreich für eine Verlängerung der Quotenregelung
eintreten würden - Finnland, Portugal, Spanien, Frankreich, Slowenien
und Griechenland. "Nun gilt es, Verbündete zu suchen, um die Kräfte
und Anstrengungen im Interesse unserer Milchbauern zusammenzuführen",
stellte Grillitsch fest.
Christian Rosenwirth vom Landwirtschaftsministerium bestätigte,
dass sich Österreich weiterhin für eine Verlängerung der
Milchquotenregelung einsetzen werde. In Österreich kämen 80 Prozent
der Milchproduktion aus dem benachteiligten Gebiet - davon 65 Prozent
aus dem Berggebiet. Wenn es zum Ausstieg aus dem Quotensystem komme,
sei ein "Sicherheitsnetz" notwendig. Im Spätsommer sollen die
Ergebnisse einer österreichischen Milchquotenstudie, die als
Entscheidungshilfe für Politik, Milchproduzenten und Molkereien
dienen soll, vorliegen. Der Milchexperte des
Landwirtschaftsministeriums erklärte, dass Österreich die
Herausforderungen durch Produkte mit höherer Wertschöpfung abfedern
könne. Entscheidend für eine künftige Milchpreisentwicklung seien
außerdem die Auswirkungen der Bioenergie in der Frage Energie- statt
Futterflächen und zusätzliche Absatzpotenziale.
Die österreichischen Milchbauern haben im Ende März beendeten
Quotenjahr 2006/07 ihre Anlieferungsmengen erneut überschritten und
um 91.776 t zu viel Milch an die Molkereien geliefert. Dafür ist eine
so genannte Zusatzabgabe von 26,2 Mio. Euro nach Brüssel zu bezahlen.











