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    Zuletzt aktualisiert: 21.02.2013 um 13:49 UhrKommentare

    Zypern: Experten drängen auf Hilfszahlungen

    ESM-Chef Regling will rasch über Hilfszahlungen für Zypern entscheiden. Innerhalb der Regierungen gibt es allerdings Ressentiments, weil die Insel als Schwarzgeld-Hafen für russischen Oligarchen gilt.

    Foto © AP

    Kurz vor der Stichwahl in Zypern über den künftigen Präsidenten drängen immer mehr Vertreter der Euro-Zone auf eine rasche Entscheidung über die Finanzhilfen für den Inselstaat. Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, warnte im Gespräch mit der französischen Zeitung "Le Figaro", von Zypern gingen Gefahren für andere Länder des Währungsraumes aus. "Wir benötigen eine baldige Entscheidung." Zuvor hatte schon der Chef der Arbeitsgruppe der Euro-Finanzminister Thomas Wieser darauf gedrängt, bis Ende März Klarheit zu schaffen.

    Nach Angaben aus Kreisen der Währungsunion steigen die Chancen auf Hilfen für das schuldengeplagte Zypern, wenn sich der konservative Kandidat Nikos Anastasiades durchsetzt und - wonach es momentan aussieht - Präsident wird. Er hatte die erste Runde der Wahlen mit einem Stimmanteil von 45,4 Prozent gewonnen und damit deutlich vor seinem kommunistischen Mitbewerber Stavros Malas gelegen. Anastasiades hatte signalisiert, dass er der Forderung der Euro-Partner nach mehr Privatisierungen folgen würde.

    Hilfspaket vs. Geldwäsche

    Zypern hat ein Hilfspaket von 17,5 Mrd. Euro beantragt. Die Summe entspricht in etwa der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Deutschland und andere potenzielle Helfer pochen neben Privatisierungen auf eine Konsolidierung des überdimensionierten Bankensektors und glaubwürdige Schritte gegen Geldwäsche, wie FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle am Donnerstag im Bundestag sagte. Zypern gilt als bevorzugtes Land für Schwarzgeld aus Russland, was der Inselstaat aber bestreitet. Dennoch sorgt dieser Ruf bei den Abgeordneten des deutschen Bundestags für Vorbehalte. Sie müssten einem Hilfsprogramm zustimmen.

    Anfang der Woche hatte schon der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen die Hoffnung auf eine Entscheidung bis Ende März geweckt. Dem Land müsse geholfen werden, da es systemrelevant sei. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte dagegen zuletzt wenig Anlass zur Eile erkennen lassen. Vor jeder Hilfe müsse geprüft werden, ob die Probleme Zyperns die Euro-Zone insgesamt gefährdeten.


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