Rechtsextreme EU-Fraktion in Straßburg steht offiziell
Alle erforderlichen 20 Unterschriften für die neue Fraktion "Identität/Tradition/Souveränität" liegen vor.

Foto © REutersFPÖ-Europaabgeordnete Andreas Mölzer ist mit dabei
Ein Bündnis aus rechtsextremen,
rechtspopulistischen und ultranationalistischen Parteien ist am
Montag erstmals im Europaparlament in Straßburg gegründet worden. Für
die Fraktion "Identität/Tradition/Souveränität" (ITS) würden alle
erforderlichen 20 Unterschriften offiziell vorliegen, sagte die
Sprecherin des Bündnisses, Sylvie Goddyn, gegenüber der APA. Der
FPÖ-Europaabgeordnete Andreas Mölzer, der an der Rechtsaußenfraktion
teilnimmt, bestätigte dies auf Anfrage der APA, wollte sich aber erst
später eingehend dazu äußern.
"Cordon Sanitäre".
Die zweitstärkste Gruppierung, die Sozialisten und
Sozialdemokraten (SPE), forderten die anderen Fraktionen umgehend
auf, einen "Cordon Sanitäre" gegen die neue Rechtsfraktion zu ziehen.
SPE-Fraktionschef Martin Schulz appellierte in einem Brief an seine
Kollegen, die Mitglieder von ITS nicht in Führungspositionen wie die
von Vize-Vorsitzenden in den parlamentarischen Ausschüssen zu wählen.
Diese Posten werden nach dem mathematischen System von D'Hondt
vergeben, bedürfen aber zusätzlich einer Wahl in den Ausschüssen.
Rechtmäßigkeit.
Der Vizefraktionschef der konservativ-christdemokratischen
EVP-ED-Fraktion und ÖVP-Delegationsleiter, Othmar Karas, erklärte
gegenüber der APA, seine Gruppierung wolle zunächst die
Rechtmäßigkeit der Bildung der neuen Fraktion vom konstitutionellen
Ausschuss des Parlaments überprüfen lassen. Einem entsprechendem
Antrag von ihm habe sich die EVP-ED-Gruppe angeschlossen. "Es gibt
Zweifel an der gemeinsamen politischen Basis", bekräftigte Karas
seine Kritik an dem Rechtsaußen-Bündnis. Das EU-Parlament hatte
bereits 1999 eine so genannte "technische Fraktion" wegen mangelnder
politischer Gemeinsamkeiten der Beteiligten aufgelöst.
Unterschrift.
Bis zuletzt war die Unterschrift des britischen Euroskeptikers
Ashley Mote ausständig. Neben Mote und Mölzer gehören der Allianz
auch sieben Abgeordnete des rechtsextremen französischen Front
National an, darunter dessen Chef Jean-Marie Le Pen, seine Tochter
Marine Le Pen und der designierte Fraktionschef Bruno Gollnisch, der
sich in Frankreich wegen angeblicher Leugnung des Holocausts vor
Gericht verantworten muss. Außerdem gehören der Fraktion drei
Abgeordnete des belgischen Vlaams Belang, fünf Parlamentarier der
Groß-Rumänien-Partei, ein Mandatar der bulgarischen Ataka-Partei
sowie die Duce-Enkelin Alessandra Mussolini und ein weiterer
italienischer Angeordneter an.
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache begrüßte den Zusammenschluss der
Rechtsaußen-Abgeordneten im Europaparlament. Das sei "eine tolle
Errungenschaft", sagte Strache am Montag in Wien im Gespräch mit der
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Fakten
Rechtsextremen EU-Fraktion-Abgeordnete:
Ashley Mote, Andreas Mölzer, sieben Abgeordnete des rechtsextremen französischen Front National, drei Abgeordnete des beglischen Vlaams Belang, fünf Parlamentarier der Groß-Rumänien-Partei, ein Mandatar der bulgarischen Ataka-Partei, die Duce-Enkelin Alessandra Mussolini und ein weiterer italienischer Angeordneter.
H.-C. Strache
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache begrüßte den Zusammenschluss der Rechtsaußen-Abgeordneten im Europaparlament. Das sei "eine tolle Errungenschaft", sagte Strache am Montag in Wien im Gespräch mit der APA.
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